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Israel: Olmert verurteilt „Pogrom“ an Palästinensern

Siedler waren als Racheakt über Dorf hergefallen.

Jerusalem (ag.). Israels Premier Ehud Olmert hat am Sonntag einen Angriff jüdischer Siedler auf ein Palästinenserdorf als „Pogrom“ verurteilt: In Israel werde es „keine Pogrome gegen Nicht-Juden geben“, sagte er zu Beginn der Kabinettsitzung.

Am Vortag hatten Einwohner der Siedlung Yitzhar bei Nablus im Westjordanland das Dorf Assira überfallen. Zuvor hatte ein Palästinenser ein Siedlerkind mit einem Messer verletzt. Der Siedlerrat reagierte empört auf Olmerts Worte.

Israels Vizepremier Haim Ramon zerstreute indes Hoffnungen, dass es noch bis Jahresende zu einem Vertrag mit den Palästinensern kommen könnte: Nicht einmal ein provisorisches Abkommen mit einer Grundsatzerklärung sei denkbar. Einem tragfähigen Abkommen steht auch der innerpalästinensische Streit zwischen der gemäßigten Fatah und der radikal-islamischen Hamas entgegen. Ägypten legte nach monatelangen Verhandlungen nun einen Versöhnungsplan vor: Ein Technokraten-Kabinett solle die Regierung übernehmen und Neuwahlen vorbereiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2008)