Investmentbanken konzentrieren sich auf die Filetstücke des Finanzhandels. Nach der neuesten Riesenpleite von Lehman stellt sich zunehmend die Frage, was ihr Geschäftsmodell eigentlich taugt.
Investmentbanken sind Spezialisten für lukrative Wertpapiergeschäfte aller Art sowie für Fusionen und Übernahmen von Firmen. Reine Investmentbanken sind traditionell vor allem in den USA und Großbritannien zu Hause.
Investmentbanken handeln im Auftrag von Kunden und für sich selbst Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere. Sie beraten Unternehmen bei Finanzierungen sowie Zusammenschlüssen und sie bringen Firmen an die Börse.
Kein Konto für Jedermann
Sie haben kein Filialgeschäft mit Girokonten für Jedermann. Dagegen bieten die etwa in Europa außerhalb des angloamerikanischen Raums vorherrschenden Universalbanken die ganze Palette finanzieller Dienstleistungen an.
Drei der fünf Großen sind am Ende
Die mit Abstand führende unabhängige Investmentbank weltweit ist Goldman Sachs. Zahlreiche US-Topmanager und Spitzenpolitiker des Landes begannen hier ihre Karriere. Nummer zwei ist Morgan Stanley. Die Kreditkrise brachte das Aus für die übrigen der bisher fünf großen eigenständigen Investmentbanken in ihrer bisherigen Form: Merrill Lynch, Lehman Brothers - nach Marktkapitalisierung die Nummer 6 - und Bear Stearns.
Herz der Wall Street wird hinterfragt
Damit steht in den USA das Modell der reinen Investmentbanken zur Diskussion. Die Spezialhäuser galten als das Herz der Wall Street. Sie sind bisher weit weniger reguliert als die Geschäftsbanken mit sehr lockeren Zügeln seitens der Bankenaufsicht, weil sie sich nicht an Kleinanleger richten. Seit der Kreditkrise haben die Behörden ihre Kontrolle aber bereits deutlich erhöht, eine noch schärfere Aufsicht wird diskutiert.
(Ag./Red.)