Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley hat trotz der Kreditkrise zuletzt überraschend gut verdient und den gestressten Finanzmärkten damit einen Hoffnungsschimmer beschert. Der Überschuss lag in dem Ende August abgelaufenen dritten Geschäftsquartal bei 1,4 Mrd. Dollar (981 Mio. Euro). Das war ein im Branchenvergleich relativ geringer Rückgang zum Vorjahr um acht Prozent.
Der Rest des Jahres bleibe aber herausfordernd, warnte Finanzchef Thomas Kelleher am Dienstag nach US-Börsenschluss in New York. Experten hatten einen viel stärkeren Gewinnrückgang befürchtet. Selbst Branchenprimus Goldman Sachs musste kurz zuvor einen heftigen Einbruch beim Überschuss von 70 Prozent verkünden. Die zwei einzigen nach dem "schwarzen Montag" der US-Finanzbranche verbliebenen unabhängigen Investmentbanken steuern weiter vergleichsweise gut durch die Krise.
Allerdings könnte auch Morgan Stanley inzwischen laut Medien auf Partnersuche sein. Die die 73 Jahre alte Investmentbank prüfe einen Zusammenschluss mit einem anderen Finanzhaus für den Fall, dass ihr Aktienkurs weiter einbreche, berichtete der Wirtschaftssender CNBC am Mittwoch.
Nach zuletzt tiefroten Zahlen hatte der Wettbewerber Lehman Brothers am Montag Insolvenz anmelden müssen und wird nun zerschlagen. Die ebenfalls verlustreiche Investmentbank Merrill Lynch wird von der Bank of America übernommen. Bear Stearns hatte bereits vor einem halben Jahr einem Zwangsverkauf zustimmen müssen.
(APA)