Morgan Stanley immer stärker in Bedrängnis

APA (epa/Archiv)
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Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley gerät trotz überraschend guter Quartalszahlen immer tiefer in den Sog der Finanzkrise. Die Aktie der Bank setzte am Mittwoch ihre steile Talfahrt fort und verlor zeitweise über 40 Prozent an Wert. In Medienberichten wird nun auch Morgan Stanley als Übernahmekandidat gehandelt. Branchenprimus Goldman Sachs geriet an der Börse ebenfalls unter Druck.

Der fast totale Verlust ihres Börsenwerts hatte zum Wochenanfang der US-Investmentbank Lehman Brothers mit das Genick gebrochen. Der drittgrößte Branchenvertreter, Merrill Lynch, musste sich am "schwarzen Montag" der US-Finanzbranche durch eine Übernahme in die Arme der Bank of America retten. Mit Morgan Stanley und Goldman Sachs kommen auch die letzten zwei unabhängigen US-Investmentbanken trotz vergleichsweise guter Quartalsergebnisse immer mehr in Bedrängnis. Die Branche erlebe eine bisher einmalige Umwälzung, sagte Morgan-Stanley-Finanzchef Thomas Kelleher in New York.

Morgan Stanleys Überschuss lag in dem Ende August abgelaufenen dritten Geschäftsquartal bei 1,4 Milliarden Dollar. Das war ein im Branchenvergleich relativ geringer Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Experten hatten weit weniger Gewinn erwartet. Der Rest des Jahres bleibe aber eine Herausforderung, warnte Kelleher. Goldman Sachs musste zuvor einen heftigen Einbruch beim Überschuss von 70 Prozent verkünden.

Allerdings könnte auch Morgan Stanley inzwischen laut Medien auf Partnersuche sein. Die 73 Jahre alte Investmentbank prüfe einen Zusammenschluss mit einem anderen Finanzhaus für den Fall, dass ihr Aktienkurs weiter einbreche, berichtete der Wirtschaftssender CNBC am Mittwoch.

(APA)

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