SPÖ-Frauen-Rechtlerin Johanna Dohnal ist gegen eine Neuauflage der Großen Koalition, da die Frauenpolitik in der Volkspartei nach wie vor keine große Rolle spielt.
Kein gutes Haar lässt Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal an der Großen Koalition. Diese Regierungskonstellation sei „schrecklich", da die ÖVP Frauen immer noch nicht als Individuen sehen. Ein Grund für ihren Ausstieg aus der Politik 1995 sei eben die „schreckliche" rot-schwarze Koalition gewesen. Dohnal präsentierte am Mittwochabend ihr Buch zu den "Innensichten österreichischer Frauenpolitiken" im Bruno-Kreisky-Forum in Wien.
Eine Wunschregierung für Dohnal wäre eine SPÖ-Alleinregierung, da sich diese aber nicht ausgehen werde, müsse man eine andere Partei mit einer ähnlichen Basis suchen, um eine Regierung zu bilden. Zum Abgang von Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wollte Dohnal keine Stellungnahme abgeben. Dohnal gilt als große Befürworterin von Gusenbauer, in einem Interview mit den "Oberösterreichische Nachrichten" bezeichnete sie ihn als "Prototyp eines aufgeschlossenen Mannes." Sie schätze Gusenbauer nach wie vor sehr und werde sicher noch kundtun, was sie sich über die SPÖ-internen Vorgänge der letzten Monate denke - allerdings erst nach den Wahlen, sagte Dohnal. Jetzt gehe es erst einmal darum, dass die SPÖ gewinne, betonte sie bei der Präsentation ihres Buches.