Fesselnd
Große Band, noch größere Melodien: Das Debüt der mehr als zwanzigköpfigen Band „I’m From Barcelona“ war überschwänglicher, weltumarmender Jetzt-alle-gemeinsam-Pop, der auch an trübsten Tagen die Sonne scheinen ließ. Der Nachfolger „Who Killed Harry Houdini?“, inspiriert von Sänger Emanuel Lundgrens Faszination für den legendären Entfesselungskünstler Houdini und seiner eigenen misslungenen (Hobby-)Karriere als Zauberer, ist introspektiver, oftmals von zartbitterer Melancholie durchzogen. Ihre Stärken spielen die Schweden aber auch dann aus, wenn sie keine Bäume ausreißen wollen, sondern mit leicht gesenktem Haupt musizieren: Da setzen plötzlich vielstimmige Chöre ein, folgen einem Bläser gleich noch drei, gehen Songs im Breitwandformat auf. Und jubiliert wird sowieso: Etwas verhalten mit „Mingus“ und (fast) uneingeschränkt mit der tollen Single „Paperplanes“.
(Live: Arena, Wien, 1.10.)