Das Land Niederösterreich hat laut der Tageszeitung "Die Presse" mit der Veranlagung der Wohnbaugelder seit Jahresbeginn knapp 300 Mio. Euro verloren. Niederösterreichs Gelder werden von der Finanz- und Beteiligungsgesellschaft (Fibeg) in Wien verwaltet, das Portfolio weise seit Jahresbeginn einen Wertverlust von 300 Mio. Euro auf und sei zu Wochenanfang bei 4,065 Mrd. Euro gestanden.
Sowohl von der Fibeg als auch von der ÖVP-Niederösterreich wird betont, dass das Land angesichts der jüngsten Börsenturbulenzen noch relativ gut aussteigt. Zum Vergleich: Der Leitindex der Wiener Börse ATX brach seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent ein, das Fibeg-Portfolio um sieben Prozent. Eine Änderung der Grundsatzstrategie der Veranlagung von Landesgeldern an der Börse kommt für Finanzlandesrat Sobotka (ÖVP) nicht infrage. Denn seit dem Fibeg-Start im Jahr 2002 habe das Portfolio eine jährliche Wertsteigerung von 5,5 Prozent erzielt. Auf diese Weise seien bereits 860 Mio. Euro in das Budget geflossen.
Die Fibeg versichert, bei der Veranlagung konservativ vorzugehen. Die Hälfte der vier Mrd. Euro liege in Anleihen. Die Aktienquote wurde im Zuge der Finanzkrise auf zehn Prozent reduziert. Der Cash-Anteil wurde von zehn auf 20 Prozent erhöht. 20 Prozent sind in Alternative Investments investiert. Darin sind Immobilien und spekulative Hedgefonds enthalten. Mehr als 100 Mio. Euro liegen beispielsweise auf den Cayman Islands.
Der Kursverlust entwickelt sich nun zum Wahlkampfthema. Die Grünen brachten am Donnerstag eine Anfrage an Sobotka ein: Die Grünen-Abgeordnete Krismer-Huber will wissen, wie sich die Börsenkrise auf das Landesbudget auswirkt. SPÖ-Nationalrat Heinzl will den Bundesrechnungshof einschalten. Die Fibeg verwaltet das Geld nicht selbst, sondern hat damit 28 in- und ausländische Asset-Manager beauftragt, mit Lehman Brothers und dem US-Versicherer AIG gebe es aber keine Geschäftsbeziehungen. Trotz der jüngsten Talfahrt will die Fibeg heuer 180 Mio. Euro an das Land auszahlen, so die "Presse".
(APA)