Schlechte Unternehmenskultur senkt BIP um 14-25 Mrd €
Befragt man Österreicher, die Kuba als Urlaubsland ins Herz geschlossen haben, warum sie Fidel Castros Land so lieben, lautet die spontane Antwort meist: „Wegen der sprühenden Lebensfreude der Bewohner. – Wahrscheinlich liegt's an der Sonne.“
Selbst wenn wir Österreicher vermutlich auch in den nächsten Jahrzehnten mit trübem Himmel leben werden müssen, gilt es einen Klimawandel der anderen Art einzuläuten. Laut einer aktuellen IMAS-Studie sind nämlich gar 83 Prozent der Österreicher mit ihrem Leben mäßig bis gar nicht zufrieden. Drei große Handelspartner haben nun gemeinsam unter der Devise „Love your Life!“ eine Initiative für mehr Lebensfreude gestartet.
Auch das auf die Messung und Veränderung der Unternehmenskultur spezialisierte Beratungsunternehmen Philadelphia Management hat das Thema „Lebensfreude aufgegriffen. Eine gemeinsame mit der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführte Studie ergibt sogar, dass Freude Erfolgsfaktor Nummer eins ist. Die „Initiative Kulturwandel“ soll nun österreichweit zur innerbetrieblichen Klimaverbesserung und damit zur Steigerung unseres BIP beitragen. Dem gehen nämlich laut Erhebung der WKÖ durch schlechte Unternehmenskultur jährlich zwischen 14–25 Mrd.€ (oder fünf bis neun Prozent des BIP) verloren!
Vielleicht sollten wir es den Griechen gleichtun und zumindest mittags den äußerst denkwürdigen Gruß „Mahlzeit“ endlich durch ein „Freut euch!“ (xérete) ersetzen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2008)