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Immobilien: Osten: Krise spitzt sich zu

Die Immobilienpreise sind auf Talfahrt– doch Immoeast, Orco & Co. brauchen dringend Geld.

Wien (red.). Die spanische Immobilienkrise hat nun auch Osteuropa erfasst. Die Immobilienfirma Martinsa-Fadesa, die im Juli in Insolvenz ging, hinterließ einen Schuldenberg von mindestens 5,3 Mrd. Euro. Nun werden im Auftrag des Insolvenzverwalters alle Projekte auf den Markt geworfen, schreibt die ungarische Zeitung „Pester Lloyd“. Darunter befinden sich halbfertige Luxuswohnungen und Geschäfte vor allem in Budapest und Bukarest, aber auch in Polen und Tschechien. Das sendet die Preise weiter auf Talfahrt.

Denn verkaufen wollen derzeit viele: Neben der österreichischen Immoeast, die Projekte im Ausmaß von zwei Mrd. Euro stoppen und weitere Immobilien im Wert von 400 Mio. Euro vor allem in Rumänien verkaufen muss, um zu dringend benötigtem Geld zu kommen (die „Presse“ berichtete), will auch der polnisch-britische Immobilienentwickler Orco Projekte in Rumänien und Ungarn in großem Stil abstoßen.

Noch vor zwei Jahren hatte sich mit Entwicklungsprojekten das meiste Geld verdienen lassen. Man stampfte Projekte aus dem Boden und verkaufte sie nach geringer Haltezeit zu einem höheren Preis weiter. In Zeiten wie diesen rächt sich das: Anders als bestehende Häuser bringen Entwicklungsprojekte keinen laufenden Ertrag, verursachen aber Kosten (zum Beispiel für Kredite). Hohe Verkaufserlöse lassen sich damit derzeit aber nicht erzielen.

Zwar meinen Experten, dass sich der Immobilienmarkt in Osteuropa langfristig erholen dürfte. Das Problem für die Immoeast: Ihre Mutter Immofinanz schuldet ihr 1,8 Mrd. Euro. Aus dem laufenden Geldfluss lässt sich der Kredit nicht zurückzahlen. Die Immofinanz muss jetzt selbst Objekte im Wert von 400 Mio. Euro auf den Markt werfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2008)