Als Reaktion auf die Finanz- und Bankenkrise in den USA werden die großen US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs einfache Holding-Unternehmen. Wie die US-Notenbank bekannt gab, erteilte sie dafür die Genehmigung. Außerdem teilte die Fed mit, dass die beiden Banken Regierungskredite erhalten werden, um der derzeitigen Finanz- und Bankenkrise besser standhalten zu können.
Beide Unternehmen können künftig zu Einlagen berechtigte Geschäftsbanken gründen und dadurch ihre geschwächten Finanzen aufbessern. Im Gegenzug unterliegen Goldman Sachs und Morgan Stanley neuen Regelungen und strikteren Kontrollen der Aufsichtsbehörden, die den Spielraum für riskante Spekulationen einschränken.
Der Branchenprimus Goldman Sachs und die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley sind die letzten verbliebenen unabhängigen US-Investmentbanken von bis vor kurzem noch fünf Geldinstituten. Finanzmedien hatten in der vergangenen Woche berichtet, die Leitung von Morgan Stanley ziehe zur Rettung der Investmentbank eine Beteiligung des chinesischen Staatsfonds China Investment Corp. (CIC) einer Fusion mit der großen US-Regionalbank Wachovia vor.
Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte am Montag vergangener Woche Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechtes beantragt, so dass die Gläubiger ihr Kapital nicht mehr abziehen können. Die Bank of America übernahm die angeschlagene Bank Merrill Lynch. Die US-Notenbank rettete den Versicherer AIG mit einem Kredit über 85 Milliarden Dollar (59,7 Mrd. Euro) und übernahm dafür faktisch die Kontrolle bei dem Versicherungsriesen. Insgesamt pumpte die Fed zur Stabilisierung der Märkte Milliarden Dollar in das notleidende Bankensystem. Zuvor waren bereits die angeschlagenen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle gestellt worden.
(APA)