FBI ermittelt gegen 26 US-Finanzinstitute

Das FBI schaltet sich in der Finanzmarktkrise ein.
Das FBI schaltet sich in der Finanzmarktkrise ein.(c) EPA (Chip East)
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Im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise hat das FBI gegen vier weitere Giganten Ermittlungen aufgenommen. Warren Buffet beteiligt sich mit fünf Milliarden Dollar an Goldman Sachs.

Die US-Bundespolizei FBI hat im Zusammenhang mit der verheerenden Finanzmarktkrise Ermittlungen gegen vier bedeutende Finanzinstitutionen aufgenommen. Gegen die Hypothekengiganten

  1. Fannie Mae und
  2. Freddie Mac,
  3. die Investmentbank Lehman Brothers sowie
  4. die Versicherungsgruppe AIG

seien Ermittlungen wegen Betrugsverdachts eingeleitet worden, erklärten zwei ranghohe Beamte am Dienstag der Nachrichtenagentur AP.

Ermittlungen gegen 26 Institute

Mittlerweile ermittelt das FBI gegen 26 US-Finanzinstitute, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Untersucht werden Bilanzbetrug, falsche Wertangaben und Insiderhandel.

Vier Giganten führten zum Rettungspaket

Die Schieflage der vier Finanzgiganten war mit Auslöser für das von der Regierung vorgeschlagene Rettungspaket für die Finanzmärkte, das US-Steuerzahler bis zu 700 Milliarden Dollar (475 Mrd. Euro) kosten könnte. Die Beamten, die nicht namentlich genannt werden wollten, erklärten, die Ermittlungen befänden sich im Anfangsstadium und würden sich auf die Unternehmen und deren Führungsebene beziehen.

Buffet kauft fünf Milliarden an Goldman

Der US-Investor Warren Buffett kauft für fünf Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) Anteile an der bisherigen US-Investmentbank Goldman Sachs. Zudem behalte sich Buffetts Holding Berkshire Hathaway die Option vor, innerhalb der kommenden fünf Jahre weitere Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar zu erwerben, teilte Goldman Sachs am Dienstagabend (Ortszeit) in New York mit.

Weitere 2,5 Milliarden vom Markt

Weitere 2,5 Milliarden Dollar will das Finanzhaus über die Ausgabe von Stammaktien in die Kasse holen. Damit hat sich Goldman Sachs wegen ihrer Probleme durch die Finanzkrise eine Kapitalspritze von insgesamt 7,5 Milliarden Dollar (5,1 Mrd. Euro) verschafft. Goldman Sachs hatte vor wenigen Tagen ebenso wie die andere letzte große US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Umwandlung in eine normale Geschäftsbank verkündet.

Goldman Sachs musste im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch um rund 70 Prozent hinnehmen. Aber immerhin schrieb die ehemalige Investmentbank noch fast 600 Millionen Euro Gewinn.

Nächste Feldspritze aus Japan

Angesichts der andauernden US-Bankenkrise hat die japanische Zentralbank zur Stabilisierung der Märkte am sechsten Tag in Folge eingegriffen. Die Bank of Japan pumpte am Mittwoch erneut 1,5 Billionen Yen, umgerechnet 9,6 Milliarden Euro, in den Geldmarkt. Bereits an den vorangegangenen Handelstagen hatte die Notenbank dem Markt in mehreren Schritten Milliarden zugeführt. Neben den normalen Haupttendern schrieb vor allem die EZB fast im Tagesabstand zu Schnelltendern auf.

Die Zentralbank steuert die Menge des Geldes in einer Region (z.B. Europa) hauptsächlich über "Refinanzierungsgeschäfte". Dazu dient ein Zinstender nach amerikanischem Verfahren: Die Zentralbank gibt einen Mindestzinssatz und die gesamte Kreditmenge vor. Banken geben ihre Gebote ab, wie viel Geld sie brauchen und nennen auch einen Zinssatz, den sie bereit sind zu zahlen. Die Zuteilung der Kredite: Gebote mit dem höchsten Zinssatz werden voll bedient. Dann die zweithöchsten usw. Gebote nahe dem Mindestzinssatz werden nur noch anteilig berücksichtigt: Auf sie wird nur mehr das Volumen verteilt, dass nach den höchsten Geboten übrig ist.

(APA/Red.)


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