Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt erneut bis zu 40 Milliarden Dollar (27,2 Mrd. Euro) in den Geldmarkt, um Liquiditätsengpässe zu lindern. 43 Banken hatten sogar 72,691 Milliarden Dollar nachgefragt, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Sie teilte ab einem Zinssatz von 2,55 Prozent zu.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die EZB zusammen mit anderen wichtigen Zentralbanken den schwächelnden Geldmärkten Milliardensummen an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt. Auch die wichtigsten Zentralbanken in Asien und dem Pazifikraum haben sich am Donnerstag an den weltweiten Stützungsaktionen der Notenbanken beteiligt. Die Bank von Japan stellte den Geschäftsbanken des Landes erstmals fast 30 Milliarden Dollar (20,4 Mrd. Euro) zur Verfügung, während die australische Zentralbank umgerechnet eine Milliarde Dollar in den Markt gab - mehr als doppelt so viel wie erwartet.
In Schweden ist unterdessen die Großbank Swedbank unter Druck geraten. Nachdem bekannt geworden war, dass neben anderen schwedischen Banken auch die Swedbank mit unerwartet hohen Beträgen an der insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers beteiligt war, machten in den vergangenen Tagen Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme des Instituts durch die Danske Bank oder die norwegische DNB Nor die Runde. Die schwedische Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" berichtete am Mittwoch außerdem über eine einsetzende Anlegerflucht aus dem Finanzinstitut.
Die deutschen Genossenschaftsbanken werden laut "Handelsblatt" durch die Pleite von Lehman mit bis zu einer Milliarde Euro belastet. Die rund 1.230 Volks -und Raiffeisenbanken und andere genossenschaftlich organisierte Institute sollen Lehman-Papiere in einem Volumen von 500 bis 700 Mio. Euro besitzen, wie die Zeitung berichtet. Etwa 300 Mio. Euro kämen bei der DZ Bank dazu, bei der anderen genossenschaftlichen Zentralbank, der WGZ Bank seien es nach deren Angaben deutlich unter 50 Mio. Euro.
(APA)