Letzte Lieder.
Richard Strauss’ „Schwanengesang“, der Zyklus der „Vier letzten Lieder“, ist für CD-Sammler quasi gesperrt, denn die klassische Aufnahme durch Gundula Janowitz auf der Höhe ihrer Sopranstrahlkraft mit Herbert von Karajan gilt als unüberbietbar. Die derzeit gesuchteste Strauss-Interpretin, Renée Fleming, hat es in München mit Christian Thielemann dennoch versucht. Und dank der Klangzaubereien des Dirigenten, dem vielfach differenzierenden, dunkel leuchtenden Timbre der Münchner Philharmoniker ist ein bemerkenswerter Neuversuch geglückt. Fleming singt mit weichem, biegsamem Sopran und bemüht sich mehr noch als die auf Linie bedachte Janowitz um klare Diktion. Die kommt auch den diversen Opernszenen und Orchesterliedern zugute, die hier in tatsächlich hinreißender Qualität dargebracht werden, darunter „Ariadne“-Monologe und die herrliche leuchtkräftige „zweite Brautnacht“ aus der „Ägyptischen Helena“.