Der Kanzler kehrt am Sonntag aus New York zurück und geht mit Wahlkarte wählen. Die Hochrechnung verfolgt er im Kanzleramt.
In den vergangenen Wochen machte Alfred Gusenbauer das, was für ihn und seine Partei am besten war: Er nahm möglichst viele Auslandstermine wahr. Im Wahlkampf seiner Partei tauchte er ebenso wenig auf wie in den aktuellen politischen Debatten. Das Amt des Regierungschefs legte er zuletzt nach dem Vorbild des Bundespräsidenten Heinz Fischer an. Und ähnlich wie dieser will Gusenbauer auch den Sonntagnachmittag verbringen: Während Fischer die erste und spätere Hochrechnungen in seiner Präsidentschaftskanzlei verfolgen wird, wird auf der anderen Seite des Ballhausplatzes Alfred Gusenbauer in seinem Büro sitzen und mit einigen wenigen Mitarbeitern fernsehen. Ohne Journalisten und großes Aufsehen, wie sein Pressesprecher betont.
Erst später am Abend will Gusenbauer in das Festzelt seiner Partei vor der Zentrale in der Löwelstraße gehen und gratulieren. Oder eben nicht. Lange bleiben wird der abtretende Kanzler aber vermutlich nicht, der Jetlag wird ihm in den Knochen stecken. Immerhin war er die vergangenen Tage gemeinsam mit Fischer und vielen anderen Beamten in New York zur großen UNO-Vollversammlungsshow. Erst am Sonntagmittag soll der Kanzler in Wien Schwechat landen, danach geht er im siebten Bezirk wählen – mit Wahlkarte. Denn wahlberechtigt ist er in Ybbs, wo seine Mutter lebt und er aufwuchs. Den Nachmittag verbringt er hingegen klassisch wie Politiker am Ende eines Wahlkampfs – privat mit Familie. no
ZUR PERSON
Name: Alfred Gusenbauer
Geboren am: 8. Februar 1960
Bundeskanzler seit: 11. Jänner 2007
Bundeskanzler bis: bis zum Ende der Regierungsverhandlungen [Fabry]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2008)