Konjunktur: US-Wirtschaft wächst um 2,8 Prozent

(c) EPA (Matthew Cavanaugh)
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US-Notenbank-Chef Ben Bernanke warnt vor Trendwende wegen Krise an den Finanzmärkten.

Washington (ag.). Während die Finanzwirtschaft auf eine milliardenschwere Kapitalspritze der US-Regierung hoffen muss, konnte die gesamte US-Wirtschaft für das zweite Quartal ein starkes Wachstum vermelden. Nach 0,9 Prozent plus in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres beschleunigte sich das Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Quartal auf 2,8 Prozent.

Vor allem exportorientierten Unternehmen bot der schwache US-Dollar einen Vorteil gegenüber der europäischen Konkurrenz. Ihre Waren sind verhältnismäßig billiger geworden, prompt stiegen die US-Exporte heuer um 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch die amerikanischen Konsumenten zeigten sich bis zuletzt zuversichtlich. Noch im September war das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes angestiegen. Der entsprechende Index gilt als wichtiger Indikator für die künftige Stimmung und das Kaufverhalten der Konsumenten, wovon wiederum die US-Wirtschaft maßgeblich abhängt. Zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung werden über den Inlandskonsum erwirtschaftet.

Abschwung erwartet

Experten sind dennoch überwiegend pessimistisch. Noch im August hatte das US-Wirtschaftsministerium mit einem Wachstum von 3,3 Prozent gerechnet. Zudem mussten die meisten Analysten nach dem Konkurs der Lehman Brothers und den folgenden Wellen an Hiobsbotschaften an den Börsen ihre Konjunkturprognosen nach unten revidieren.

Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke übte sich in Pessimismus: Die Turbulenzen an den Märkten würden das US-Wirtschaftswachstum deutlich abbremsen, warnte er. Bernanke drängte erneut auf eine rasche Einigung über das 700 Milliarden US-Dollar schwere Rettungspaket für die Kreditbranche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2008)

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