EU zahlt 4,5 Milliarden Euro an Türkei und Westbalkan

Symbolbild Türkei EU
(c) AP (Osman Orsal)

Die EU unterstützt die Türkei mit einer "Vorbeitrittshilfe" in Höhe von fast 1,8 Milliarden Euro. Zweitgrößter Empfänger ist Serbien mit 584 Millionen Euro.

Die Europäische Union unterstützt die Türkei und die potenziellen Beitrittswerber auf dem Westbalkan bis 2010 mit "Vorbeitrittshilfen" im Ausmaß von fast 4,5 Milliarden Euro. Nach Angaben der Brüsseler EU-Kommission vom Montag entfällt auf die Türkei mit nahezu 1,8 Milliarden Euro der Löwenanteil dieser Mittel aus dem Gemeinschaftsbudget. Dahinter liegen Serbien mit 584 Millionen Euro, Kroatien mit 451 Millionen Euro und der Kosovo mit 359 Millionen Euro.

Bosnien-Herzegowina erhält 270 Millionen Euro aus dem EU-Topf, Albanien 245 Millionen Euro, Mazedonien 244 Millionen Euro und Montenegro 100 Millionen Euro. 458 Millionen Euro stellt die EU-Kommission überdies für grenzüberschreitende Programme bereit.

Für Kroatien stehen nach Angaben der EU-Kommission die Unterstützung zum Aufbau von Institutionen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Vorbereitung auf die EU-Strukturhilfen und Mittel für die Entwicklung des ländlichen Raums im Zentrum der Hilfe.

In der Türkei unterstützt die EU demnach Programme zur Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten, Minderheitenschutz sowie den Dialog mit der Zivilgesellschaft. Für den Kampf gegen Kinderarbeit stehen etwa 5,3 Millionen Euro bereit. In Bosnien finanziert die EU mit den Geldern den Aufbau des Hauptsitzes der Grenzpolizei.

Bisher verhandelt die EU nur mit der Türkei und Kroatien über einen Beitritt. Offiziellen EU-Kandidatenstatus hat auch Mazedonien, doch hat die Union grundsätzlich allen Ländern des Westbalkan eine Beitrittsperspektive versichert. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat kürzlich gesagt, dass schon im kommenden Jahr auch Serbien EU-Beitrittskandidatenland werden könnte.