Der US-amerikanische Investor J.C. Flowers hält am Engagement bei der schwer angeschlagenen deutschen Bank Hypo Real Estate fest - obwohl es zuvor aus Berlin hieß, das Finanzhaus werde "abgewickelt".
Der US-Finanzinvestor J.C. Flowers will nach einem Pressebericht an der finanziell angeschlagenen deutschen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) festhalten. J.C. Flowers kontrolliert seit Juli dieses Jahres knapp ein Viertel von HRE.
Bei seinem Eintritt in den HRE-Aktionärskreis habe das New Yorker Unternehmen deutlich gemacht, dass dieses Investment mittelfristig auf vier bis sieben Jahre ausgerichtet sei, berichtet das "Handelsblatt", ohne eine Quelle zu nennen. Daran habe sich durch die jüngsten Entwicklungen nichts geändert.
"Das Unternehmen wird abgewickelt"
Nach der Rettungsaktion des deutschen Bundes und anderer Banken war der Aktienkurs des Münchener Immobilien-Finanzierers am Montag massiv eingebrochen. An der Börse war daraufhin spekuliert worden, dass J.C. Flowers seine Beteiligung verkaufen könnte.
Am Montagabend hatte die deutsche Regierung freilich bekannt gegeben, dass HRE nach der Rettungsaktion komplett aufgelöst werden soll. "Das Unternehmen wird abgewickelt", sagte der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Durch einen geordneten Verkauf soll der "Garantiefall" vermieden werden. Die gesamten Anlagen des Finanzinstituts sollen in eine Zweckgesellschaft überführt werden.
Für Europa begann diese Handelswoche mit einem Schock. Bei mehreren europäischen Finanzinstituten sind kurz hintereinander umfangreiche Probleme bekannt geworden: Die belgisch-niederländische Bank Fortis muss von einer gemeinsamen Aktion der Benelux-Staaten gerettet werden. Für Hypo Real Estate muss der deutsche Staat ein Rettungspaket schnüren. Die traditionsreiche britische Bradford & Bingley wird teilverstaatlicht, das Spargeschäft und die Filialen der Bank übernimmt die spanische Santander.
(Ag./Red.)