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Kommunikation ohne technische Grenzen

(c) Bilderbox
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Nahtlose Erreichbarkeit steigert die Produktivität – wenn sie erfolgreich integriert wird.

Waren es früher optimierte Fertigungsstraßen, so ist heutzutage eine optimierte Kommunikation für ein erfolgreiches Unternehmen unerlässlich. Doch beim ständigen Wechseln zwischen E-Mail, Telefon, Intranet oder Messenger gehen noch viel Zeit und Energie verloren. Die Lösung: Unified Communication („vereinheitlichte Kommunikation“, kurz „UC“). Damit können Unternehmen die Erreichbarkeit von Mitarbeitern verbessern und somit die geschäftlichen Prozesse beschleunigen. Neben einer höheren Produktivität sollen UC-Lösungen auch neue Ertragsströme eröffnen und die Kundenzufriedenheit steigern.

 

Grundlage: Unified Messaging

Grundlage für alle UC-Lösungen bilden die Unified-Messaging-Angebote der letzten Jahre. Diese konzentrierten sich primär darauf, Nachrichten wie E-Mails, SMS, Fax oder Sprachnachrichten für den Anwender in einem Portal oder einem „Posteingang“ zusammenzufassen. UC-Lösungen gehen nun darüber hinaus und integrieren nicht nur die asynchronen Medien, sondern fassen auch synchrone Kommunikationsmedien wie Sprachtelefonie, Videokonferenzen und Instant-Messaging-Chats gemeinsam mit den Unified-Messaging-Services zusammen. „Der Markt für UC steht in Österreich derzeit noch am Anfang. Das liegt vor allem daran, dass neue Technologien wie Presence oder Webconferencing noch nicht in den Kommunikationsalltag der Mitarbeiter übergegangen sind“, so Robert Ludwig, Voice & IP-Communications-Marketing-Manager bei NextiraOne.

Der Schwerpunkt bei UC-Lösungen wird, wie von Ludwig bereits erwähnt, derzeit zum einen auf das Thema Videokonferenz gelegt, zum anderen auf die Nutzung von „Präsenzinformationen“, die anzeigen, ob und wie eine Person gerade erreichbar ist.

Beim Thema „Videokonferenz“ geht der Trend am Markt derzeit ganz eindeutig weg von den großen, im Voraus zu buchenden Schaltungen. Angebote wie Microsofts „RoundTable“ (inkl. 360Grad-Kamera) oder Online-Webkonferenzlösungen wie IBMs „Lotus Sametime Unyte“ oder Ciscos „WebEx“ zeigen, dass einfache, schnelle Alternativen von den Anwendern bevorzugt werden, auch wenn dann die Bildqualität möglicherweise nicht perfekt ist.

Waren es beim Unified Messaging vor allem die zu erwartenden Kosteneinsparungen, die das Thema für Unternehmen interessant machten, so spielen diese bei UC nur mehr eine untergeordnete Rolle. „Die aktuelle österreichische Studie des IT–Marktforschers IDC zeigt, dass verbesserte Produktivität und Zusammenarbeit als gute Gründe für die Einführung einer UC-Lösung gesehen werden“, sagt Michael Bartz, Leiter der Business-Group Information Worker bei Microsoft Österreich.

 

Der Markt wächst enorm

Aber auch für die Anbieter lohnt sich das Thema. In einer internationalen Studie sagt IDC voraus, dass dieser Markt im Jahr 2011 den Anbietern jährlich 17 Mrd. US-Dollar Umsatz bringen wird.

Gemeinsam ist allen Lösungen, unabhängig vom Anbieter, dass sie Schnittstellen zu den „klassischen“ Telefonanlagen anbieten müssen, um bereits bestehende Lösungen integrieren zu können. Angeboten wird aber zumeist nicht nur eine Anbindung in die „technologische Vergangenheit“, sondern auch an moderne Themen, wie etwa „Web 2.0“. So lässt sich über die diversen UC-Lösungen beispielsweise „Präsenzinformation“ in fast jede Anwendung – von der Software zur Ressourcenplanung bis zur Kundenverwaltung – integrieren. Und mit „WebEx Connect“ bietet Cisco seit kurzem eine Plattform für sogenannte Mashups, die bestehende Anwendungen und Inhalte einfach zu neuen Applikationen kombinieren.

 

Nicht nur technisch betrachten

All diese Lösungen sollen im Rahmen einer umfassenden UC-Architektur, so weit das sinnvoll ist, auch mobile Endgeräte einbeziehen. So lässt sich über die Präsenzinformation beispielsweise ermitteln, ob ein Kollege eventuell gerade nur über sein Handy erreichbar ist, denn Instant-Messaging-Chats lassen sich auch auf den internetfähigen Handys von unterwegs aus abwickeln.

Wie so oft bei neuen Lösungen gilt allerdings auch bei UC, dass man das Thema nicht nur auf die technische Seite reduzieren darf. Neben weiteren wesentlichen Aspekten wie Sicherheit und effizientem Netzwerkmanagement spielen bei einer erfolgreichen Umsetzung auch organisatorische Gegebenheiten eine entscheidende Rolle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2008)