Neustart für den Werberat

Zuletzt hat der Werberat zum Stopp der Kampagne
Zuletzt hat der Werberat zum Stopp der Kampagne "Life is a Game" aufgerufen(c) APA (HARALD SCHNEIDER)
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Der Werberat hat eine neue Struktur und 90 neue Räte. In der kommenden Woche soll die erste konstituierende Mitgliederversammlung der Räte stattfinden.

Wien. Bewegte Zeiten kommen im Oktober auf den Österreichischen Werberat zu. Die Neustrukturierung, die Neopräsident Michael Straberger forciert hat, ist so gut wie abgeschlossen. Über den Sommer und vor allem in den vergangenen drei Wochen wurden rund 90 neue Werberäte gewählt. Die Generalversammlung des Trägervereins, die Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft, wird noch in dieser Woche einen bestätigenden Beschluss fassen. Und was kommt dann?

Nun, im Grunde wird sich die Arbeit des Werberats nicht stark verändern. Der Rat hat bereits seit einigen Jahren ein gut funktionierendes Online-Beschwerdemanagement. Demnach können sich Konsumenten mittels Online-Formular oder E-Mail über Werbemaßnahmen aller Art beschweren, der Rat fordert daraufhin eine Stellungnahme des jeweiligen Auftraggebers oder der ausführenden Agentur an. Beschwerde und Stellungnahme werden den Werberäten vorgelegt, die darüber entscheiden und entweder – wie im Fall des EM-Sujets von bet-at-win.com, auf dem sich ein Deutscher und eine Österreicherin einen Zungenkuss geben – die Beschwerde anerkennen und das Unternehmen auffordern, das Sujet zu stoppen, oder die Beschwerde ablehnen. Letzteres passiert übrigens viel häufiger als Ersteres.

Aus Alt mach Neu

Trotzdem hat sich einiges geändert, sagt Straberger. „Das Problem des alten Werberats war, wie schon der Name sagt, dass er ,alt‘ war.“ Dem wollte man stark entgegenwirken.

Die neuen Werberäte wurden sowohl von Medienunternehmen (kaufmännische Mitarbeiter, Redakteure), Agenturen (kaufmännische Mitarbeiter, Kreative), der werbetreibenden Wirtschaft und von übergreifenden Organisationen (wie Psychologen, dem Frauenhaus, etc.) bestellt und in einem dreistufigen Verfahren gewählt.

In der kommenden Woche soll die erste konstituierende Mitgliederversammlung der Räte stattfinden. Dabei soll in erster Linie „die Idee der Selbstregulierung in die Köpfe der Werberäte gebracht werden“, sagt Straberger.

Das System der Selbstregulierung habe bis jetzt zwar bereits funktioniert, man wolle ihr aber noch mehr Kraft verleihen und die bisher defensive und ruhige Strategie des Rates ablegen. Denn nur ein funktionierendes System der Selbstregulierung könne die fortschreitende Zunahme an Werbebeschränkungen und gesetzlichen Regelungen eindämmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2008)

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