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Neues Uni-Semester: Gebühren, ÖH-Wahlen, Gusenbauer-Nachhilfe

(c) AP (Franka Bruns)
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Das neue Studienjahr bringt viele Änderungen. Die ÖH soll im Mai online gewählt werden, das Modell "Nachhilfe statt Studiengebühren" startet und es gibt mehr Beihilfen.

Das neue Studienjahr 2008/09 startet heute mit einem großen Fragezeichen für die Studenten. Die Studiengebühren wurden abgeschafft - doch das Thema wird wohl auch bei der Regierungsbildung nach der Nationalratswahl eine Rolle spielen - Änderungen nicht ausgeschlossen.

Abgesehen davon sind einige Neuerungen im Studienjahr 2008/09 sicher: Mehr Studenten als bisher können Beihilfe beziehen. Die Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) wird neu gewählt, möglicherweise ist dabei erstmals die Wahl per Internet möglich. Seine Premiere feiert auch das Modell "Nachhilfe statt Studiengebühren", wenn auch nur für wenige Studenten. Gleichzeitig können in diesem Studienjahr zum letzten Mal "kurze" Doktoratsstudien begonnen werden.

Beihilfe für mehr Studenten


Mit dem neuen Studienjahr sollen 4.000 Studenten mehr als bisher Studienbeihilfe beziehen können. Dazu wurden die Einkommensgrenzen der Eltern um bis zu 20 Prozent, die Zuverdienstgrenze für Studienbeihilfebezieher auf 8.000 Euro pro Jahr angehoben.

Ebenfalls neu: Wer im EU-Ausland studiert, hat anders als bisher von Studienbeginn an Anspruch auf Studienförderung. Durch die neuen Kriterien sollen die jährlichen Stipendienmittel von 175 bis 180 Millionen Euro auf etwa 200 Millionen Euro steigen.

"Nachhilfe statt Studiengebühren"


In diesem Wintersemester startet auch das von SP-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer initiierte Modell "Nachhilfe statt Studiengebühren" - dem wohl nur ein kurzes Leben beschieden sein wird. Studenten, die nachmittags insgesamt 60 Stunden Lern- oder Förderunterricht an Schulen oder in angeschlossenen Horten erteilen, bekommen die 363,36 Euro pro Semester refundiert. Als "Anerkennung für soziales Engagement", nicht als Entgelt für die geleistete Tätigkeit, wie im Wissenschaftsministerium betont wird. Opposition und Studentenvertretung hatten das Tutorenmodell wegen des niedrigen "Stundenlohns" von 6,30 Euro abgelehnt.

Zum in Wien stattfindenden Pilotprojekt gab es nur etwa 30 Anmeldungen. Die Bewerber werden Anfang Oktober in einer 20-stündigen Schulung an der Wiener Pädagogischen Hochschule auf die Arbeit mit 10- bis 14-jährigen Schülern vorbereitet.

ÖH-Wahlen im Mai


Im Mai 2009 wird bei den alle zwei Jahre stattfindenden ÖH-Wahlen eine neue Studentenvertretung gekürt. Geht es nach dem Wissenschaftsministerium, wird der Urnengang gleichzeitig ein Testlauf für eine Stimmenabgabe über das Internet. Die ÖH ist gegen das E-Voting, es widerspreche dem freien und geheimen Wahlrecht.

Kurze Doktoratsstudien laufen aus


Im Studienjahr 2008/09 bietet sich die letzte Chance, Doktoratsstudien mit einer Mindeststudiendauer von weniger als drei Jahren zu beginnen. Österreichweit werden noch 40 Doktoratsstudien mit eine Mindeststudiendauer von vier Semestern angeboten. 27 wurden bereits auf die mindestens sechssemestrige Langform umgestellt, elf davon schließen bereits mit dem PhD ab.

Auch die Umstellung auf das sogenannte "Bologna-System", die neue europäische Studienarchitektur mit den Abschlüssen Bachelor und Master, schreitet zügig voran. Insgesamt werden mit dem Wintersemester 2008 bereits 71,9 Prozent der Studien im neuen System angeboten.

Verhandlungen über Finanzierung


Spannend wird das kommende Studienjahr auch bezüglich Finanzierung der Universitäten - besonders angesichts der tatsache, dass die Studiengebühren wegfallen. Mit Erstellung des nächsten Bundeshaushalts 2009 muss auch der Budgetkuchen für die "Leistungsvereinbarungs-Periode" 2010 bis 2012 feststehen. Dann können zwischen Wissenschaftsministerium und den einzelnen Universitäten die Verhandlungen über die jeweiligen Leistungsvereinbarungen beginnen.

Mit Beginn des neuen Studienjahres am 1. Oktober sind die regulären Inskriptionsfristen an manchen Unis schon abgelaufen, etwa an den medizinischen Unis. Wer die entsprechende Frist, die von Uni zu Uni unterschiedlich ist, versäumt, hat noch eine Chance: Überall läuft eine Nachfrist bis 30. November, in der noch - allerdings unter Zahlung eines Zuschlags zu den Studiengebühren - inskribiert werden kann.

(APA/Red.)