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Simbabwe: Mugabe pokert, die Menschen hungern

Mugabe
(c) AP (TSVANGIRAYI MUKWAZHI)
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Simbabwes Staatschef reklamiert Schlüsselpositionen für sein Lager.

Harare (ag.). So also hat sich Simbabwes Autokrat Robert Mugabe die Machtteilung vorgestellt: Er bleibt Präsident, und alle wichtigen Ministerien gehen an seine Zanu-PF-Partei. Dies beklagt die oppositionelle „Bewegung für demokratischen Wandel“, die seit Mitte September erfolglos mit Mugabe um die Zusammensetzung einer Einheitsregierung feilscht: Mugabe fordere das Finanz-, das Innen-, das Informations- und das Justizministerium. Vor zweieinhalb Wochen war in dem südafrikanischen Armenhaus verhaltener Jubel darüber zu hören, dass sich Mugabe und Oppositionschef Morgan Tsvangirai endlich auf eine Machtteilung verständigt hatten. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt.

 

Wieder Angriffe auf Farmen

Die Lage für die Menschen in Simbabwe wird derweil immer prekärer: In manchen Regionen würden Kinder bereits Ratten und ungenießbare Wurzeln essen, um wenigstens irgendetwas zwischen die Zähne zu bekommen, klagte jüngst die Hilfsorganisation „Save the children.“ Der Nahrungsmangel ist auch deshalb so gravierend, weil Mugabe im Jahr 2000 tausende weiße Farmer enteignen ließ und das Land vielfach an Günstlinge verteilte, die von Landwirtschaft keine Ahnung hatten. Der Blog „Zimbabwetoday“ berichtet unter Berufung auf den Farmerverband, dass in den vergangenen Wochen erneut Dutzende Landgüter von Mugabe-nahen Banden und den sogenannten „Kriegsveteranen“ angegriffen und ausgeplündert wurden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2008)