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Ein Jahr keine Kaiserwiese: Danke, Prater Wien GmbH!

Stadtbild: Kaiserwiese
(c) Freitag - Die Presse
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Man soll ja die Feste feiern, wie die Jubiläen fallen.

Man soll ja die Feste feiern, wie die Jubiläen fallen. Und weil es ziemlich genau ein Jahr her ist, dass ein gnädiges Wiesn-Geschick die vormals sogenannte Kaiserwiese vor dem Riesenrad in ein Dreckloch von imperialen Ausmaßen verwandelt hat, soll kurz daran erinnert sein, was seither (vorwiegend nicht) geschah.

Konsequenterweise ersparte die vormals sogenannte Prater Service GmbH, mittlerweile zur Prater Wien GmbH mutiert, uns und der vormals sogenannten Kaiserwiese bis in den vergangenen Juli hinein jede Wiederherstellung eines wiesenähnlichen Zustandes und unterband geschickt durch wiederkehrende Vermietung der Liegenschaft jede Begrünung, die sich sonst womöglich ohne ihr Zutun eingestellt hätte. Den allenthalben anströmenden Besuchern blieben sohin Grasflecke erspart, ja mehr noch, sie konnten direkt vor einer Top-Ten-Attraktion von Wien über Monate den urigen Brauch des Gatschhupfens nach Touristenlust ausprobieren.

Eine kurze Verunsicherung lösten Rasensanierungsmaßnahmen gegen Ende Juli aus, die sich glücklicherweise nur als Vorbereitung des anstehenden neuen Wiesn-Festes herausstellten; was wäre schließlich eine Wiesn ohne Wiese, selbst wenn sie nur als Unterlage für einen massigen Zeltaufbau dient. Auch heuer leistete die Wiesn für die neue Wiese das, was sie so vollkommen im Vorjahr für die alte Wiese geleistet hatte, und was an Wiese von der vormals sogenannten Kaiserwiese doch noch geblieben ist, wird uns ab November der auf Monate vor dem Riesenrad einquartierte Palazzo verlässlich vom Boden der vormals sogenannten Kaiserwiese schaffen.

Dank an den Vermieter, die Prater Wien GmbH, Dank an den Eigner, die Stadt Wien. Und lassen Sie sich nur nicht von der kürzlich konstituierten Bürgerinitiative Kaiserwiese für alle! beirren. Wir brauchen keine Wiese: Grün haben wir in der Stadtregierung ohnehin genug.

E-Mails an: wolfgang.freitag@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2014)