USA haben versehentlich IS mit Waffen beliefert

TURKEY SYRIA BORDER CONFLICT
Explosion in Kobane am DienstagAPA/EPA/SEDAT SUNA

Offenbar fiel eines von 28 Paketen, die für die Kurden bei Kobane gedacht waren, der IS-Terrormiliz in die Hände. Aus der Türkei kommt scharfe Kritik.

Die USA haben offenbar irrtümlich nicht nur den Kurden-Kämpfern in der belagerten Stadt Kobane, sondern auch der Terrormiliz IS Waffen zur verfügung gestellt. Von den 28 Paketen, die US-Flugzeuge bei Kobane abgeworfen haben, landete eines beim IS, wie die USA am Mittwoch einräumten. Zunächst hatte das Pentagon entsprechende Bericht der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte noch nicht bestätigen wollen.

Auf einem am Dienstag im Internet hochgeladenen Video zeigen Extremisten zunächst eine auf einem Feld niedergegangene Fallschirmladung. In den dann präsentierten Munitionskisten sind Mörsergranaten zu erkennen. Angesichts dieses Videos hat ein Pentagon-Sprecher ein mögliches Versehen eingeräumt. Am Montag hatte das Zentralkommando in Florida noch mitgeteilt, dass in der Nähe von Kobane eine herrenlose Ladung Waffen zerstört wurde. Damit wolle man verhindern, dass diese in die falschen Hände geraten. Kirby sagte dagegen am Dienstag, dass das Bündel zwar getroffen wurde. Ob es tatsächlich zerstört wurde, sei aber nicht klar. Selbst wenn ein Bündel sein Ziel nicht erreicht habe, sei die Erfolgsquote der Abwürfe aber äußerst hoch.

Erdogan: "Das war falsch"

Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat die USA in der Folge jedenfalls scharf für den Abwurf von Waffen über Kobane, das nahe an der türkischen Grenze liegt, kritisiert: „Was dort getan wurde, war falsch“, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara.

Die Extremistenmiliz belagert Kobani seit Wochen. Die Türkei lehnt Waffenlieferungen an die dort lebenden Kurden dennoch ab. Erdogan betrachtet die Kurden-Partei und -Miliz im Nachbarland ebenso als Terror-Organisationen wie die PKK in der Türkei.

Auch deutsche Handgranaten

Die IS-Kämpfer präsentierten auf dem Video übrigens auch deutsche Handgranaten älterer Bauart. Sie packen  auf dem Video Granaten aus, deren Behälter die Aufschrift "DM41" tragen - die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats.

 

(APA/DPA)