Kouchner: Bau iranischer Atombombe "völlig inakzeptabel"

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Der französische Außenminister warnt den Iran: Israel werde nicht so lange abwarten, bis sich der Iran mit einer Atombombe bewaffnet habe.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat es für "völlig inakzeptabel" erklärt, dass der Iran eine Atombombe bauen könnte. Israel werde nicht so lange abwarten, bis sich der Iran mit einer Atombombe bewaffnet habe, sagte Kouchner anlässlich seines zweitägigen Nahostbesuchs der israelischen Zeitung "Haaretz". 

Die iranische Führung sei sich darüber bewusst, dass sie mit einem Präventivschlag rechnen müsste. Ein Militärschlag sei jedoch keine Lösung, so Kouchner. Es müssten weitere Sanktionen verhängt werden, aber auch der Dialog dürfe nicht abbrechen. 

Besorgt über Nahost-Friedensprozess 

Kouchner äußerte sich besorgt über die Zukunft des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern. Der Friedensprozess könnte angesichts der Wahlen in den USA, der israelischen innenpolitischen Schwierigkeiten sowie der Krise mit dem Iran in Vergessenheit geraten. "Vergessen Sie nicht den Friedensprozess", forderte er. "Was für alle Beteiligten wichtig ist, ist die Einrichtung eines palästinensischen Staates." Er traf mit israelischen Repräsentanten wie Ministerpräsident Ehud Olmert, Verteidigungsminister Ehud Barak und Oppositionsführer Benjamin Netanjahu zusammen. 

"Hit" oder "Eat"? 

Sprachverwirrung am Rande: Die Schwierigkeit der Franzosen, ein "h" auszusprechen, brachte Kouchner in Bedrängnis. Eine israelische Zeitung zitierte ihn mit den Worten, Israel werde den Iran "essen" ("eat"), wenn letzterer in den Besitz der Atomwaffe käme. Das französische Außenministerium verbreitete daraufhin eigens eine Pressemitteilung, um das Missverständnis aufzuklären. 

Kouchner, der das Interview auf Englisch gab, habe sagen wollen, dass Israel den Iran "angreifen" (englisch: "hit") werde, falls der Iran Atomwaffen entwickle, heißt es darin. Die Journalisten verstanden statt "hit" jedoch "eat".