RZB: Einlagen-Sicherung hilft nicht gegen Zahlungs-Schwierigkeiten

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RZB (c) Teresa Zötl (Teresa Zötl)
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Staatliche Garantien für private Spar-Einlagen können die Anleger beruhigen. Sie helfen aber "überhaupt nicht" , die bestehenden Liquiditäts-Probleme der Banken zu lindern.

Der von der deutschen Regierung in Aussicht gestellte staatliche Komplettschutz für Einlagen lässt sich laut einer Analyse der Raiffeisen Zentralbank (RZB) zwar den Sparern gut verkaufen und verhindere, dass diese mit dem Abzug von Einlagen die Liquidität von einzelnen Banken zusätzlich beeinträchtigen. Im selben Atemzug gibt die RZB aber zu bedenken, dass die Unterstützungsmaßnahme "überhaupt nicht" helfe, um die bisher bereits bestehenden Liquiditätsprobleme am europäischen Bankensektor zu lindern.

Nicht einmal so gut wie Irland

Sie gehe nämlich nicht einmal so weit wie die Maßnahme in Irland, die auch Bankanleihen garantiert. Eine Verbesserung des Interbankenmarktes sei deshalb davon nicht zu erwarten, so die RZB am Montag in ihrer Analyse. Weitere Unterstützungsmaßnahmen von öffentlicher Seite - bis hin zu weiteren Banken-Rettungen wie bei der Hypo Real Estate - werden noch notwendig werden, hieß es.

US-Paket bringt wahrscheinlich mehr

"Substanzieller" sei das US-Paket: Dort warte jetzt alles gespannt, wie rasch das Finanzministerium beginnt, welche Forderungen zu welchem Preis aufzukaufen. Dies werde aber nicht vor Anfang/Mitte November geschehen.

Liegt der angebotene Preis zu tief, würde die Beteiligung und damit auch der stützende Effekt gering ausfallen, so die RZB. Die Hoffnung lebe, dass dieses Paket zusammen mit noch kommender staatlicher Unterstützung in Europa hilft, den Interbanken-Geldmarkt wieder in den Zustand von vor der Lehman-Pleite zurückzubringen. Die bisherigen Maßnahmen in Europa schätzt die RZB als "weitgehend wirkungslos" ein.

(APA)

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