Dow Jones schließt unter 10.000 Punkten

A news ticker shows Dow Jones industrial average dipping under 10,000 points
A news ticker shows Dow Jones industrial average dipping under 10,000 points(c) REUTERS (Shannon Stapleton)
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Der US-Leitindex schließt so niedrig wie schon seit vier Jahren nicht mehr. Erst der Späthandel verringert noch schwerere Verluste.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit kräftigen Kursabgaben geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index rutschte um 369,88 Punkte oder 3,58 Prozent auf 9.955,50 Einheiten ab. Erst im Späthandel konnte der Dow Jones die kräftigen Verluste wieder ein wenig eindämmen und gewann rund die Hälfte der Verluste wieder zurück. Der S&P-500 Index gab um 42,34 Punkte (minus 3,85 Prozent) auf 1.056,89 Zähler nach. Der Nasdaq Composite Index verlor 84,43 Einheiten oder 4,34 Prozent auf 1.862,96 Zähler.

Der Leitindex Dow Jones fiel erstmals seit Oktober 2004 unter den Stand von 10.000 Punkten und konnte der psychologisch und charttechnisch wichtigen Marke erst kurz vor dem Sitzungsende wieder nahe kommen - überschritten wurde die Marke zu Handelsschluss aber nicht. Kein einziger der dreißig im Dow Jones gelisteten Titel konnte mit einem positiven Vorzeichen schließen. Zeitweise brach der wichtigste amerikanische Börsenindex um über 7,5 Prozent ein und brach mit einem Minus von mehr als 800 Punkten den Negativrekord vom 30. September, als der Dow Jones mit einem Abschlag von 777,68 Zählern schloss.

Das Rettungspaket der US-Regierung für die Finanzbranche konnte die nervöse Stimmung an den internationalen Leitbörsen nicht vertreiben. Im Gegenteil, die weltweite Rettungsmaßnahmen dürften an den Börsen als Indiz für eine Zuspitzung der Krise gewertet werden, so ein Aktienhändler. Die Sorgen um das Ausmaß der Finanzkrise und die globale Konjunkturschwäche wurden zu Wochenbeginn von zahlreichen Übernahmen begleitet.

Wachovia-Übernahme eskaliert

Der Übernahmekampf der viertgrößten US-Bank Wachovia zwischen der Citigroup und Wells Fargo ist eskaliert. Ein Gericht hatte das durch die Citigroup erstrittene Exklusivverhandlungsrecht für die Wachovia wieder aufgehoben und damit den Konkurrenten Wells Fargo erneut ins Spiel gebracht. Die US-Notenbank Fed beharrte auf eine schnelle Einigung und empfiehlt die Aufteilung der Bank unter beiden Kontrahenten. Nun hat Citigroup sowohl gegen Wells Fargo als auch gegen Wachovia eine Milliardenklage eingereicht und fordert mehr als 60 Mrd. Dollar Entschädigung. Citigroup rutschten um 5,12 Prozent auf 17,41 Dollar ab und Wachovia sanken um 6,92 Prozent auf 5,78 Dollar. Wells Fargo verbilligten sich um 2,66 Prozent auf 33,64 Dollar.

Die Bank of America steht nach der Übernahme des Hypothekenfinanzierers Countrywide Financial Corp. steht nun für dessen Risikokredite gerade. Die Summe der Erleichterungen für die 400.000 Betroffenen könnte sich auf bis zu 8,6 Mrd. Dollar belaufen. Anteilsscheine der Bank of America büßten 6,55 Prozent auf 32,22 Dollar ein. Auch andere Bankenwerte zeigten sich schwach: JP Morgan verloren 4,14 Prozent auf 44,00 Dollar und Morgan Stanley gaben 1,76 Prozent auf 23,50 Dollar ab.

Anteilsscheine des US-Finanzdienstleisters Hartford Financial konnten als einer der wenigen Titel an der Wall Street Kursgewinne verzeichnen. Sie kletterten um 12,77 Prozent auf 30,90 Dollar. Der deutsche Versicherer Allianz will sich an Hartford beteiligen. Insgesamt sollen 2,5 Mrd. Dollar investiert werden.

US-Automobilbranche unter Druck

In der US-Automobilindustrie stehen nun die Autohändler unter Druck. Der Branche drohe aufgrund der ausbleibenden Nachfrage eine Pleitewelle. Im vergangenen Jahr mussten 430 der rund 20.000 Händler der Nationalen Autohändlervereinigung (NADA) schließen, für 2008 wird mit mindestens 500 bis 600 Pleiten gerechnet. Titel der Automobilbranche reagierten mit Kursverlusten auf die negativen Nachrichten. Ford büßten 8,89 Prozent auf 3,69 Dollar ein und General Motors verbilligten sich um 5,78 Prozent auf 8,48 Dollar.

Eine weitere spektakuläre Übernahme stand ebenfalls im Mittelpunkt des Geschehens. Der Pharmakonzern Eli Lilly will das Biotechnologieunternehmen ImClone Systems für rund 6,5 Mrd. Dollar in bar übernehmen. Das letzte Wort haben die Aktionäre, die Konzernführung von ImClone empfiehlt den Investoren allerdings die Annahme des Angebots. Eli Lilly sanken um 7,00 Prozent auf 38,42 Dollar und ImClone verzeichneten sogar ein Plus von 2,97 Prozent auf 66,89 Dollar.

(Ag./Red.)

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