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"Familienehre": Ägyptische Christen töten Moslem

Symbolfoto: Moslems in Kairo
(c) REUTERS (Amr Dalsh)
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Weil seine Ehefrau zum Islam übergetreten war, wurde ein 25-Jähriger von Verwandten der Frau getötet. Die 25-Jährige Konvertitin selbst und die einjährige Tochter des Paares erlitten Schussverletzungen.

In Ägypten haben zwei Christen einen Moslem getötet, weil eine junge Frau aus ihrer Familie seinetwegen zum Islam übergetreten war. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen drangen der 28 Jahre alte Bruder der Frau und ein 38 Jahre alter Onkel am Dienstag in das Haus des Paares in Kairo ein und erschossen den 25 Jahre alten Ehemann. Seine gleichaltrige Frau, die vor drei Jahren konvertiert war, und die einjährige Tochter des Paares wurden mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei fahndet nach den Schützen.

Muslime, die zum Christentum übertreten, sind in Ägypten weitaus größeren Repressalien ausgesetzt als Christen, die zum Islam konvertieren. Letztere werden meist nicht direkt bedroht, sondern von Angehörigen und Gemeindemitgliedern unter Druck gesetzt. Das Europaparlament hatte die Unterdrückung religiöser Minderheiten wie der christlichen Kopten in Ägypten verurteilt. Die ägyptische Regierung hatte die Resolution des Europäischen Parlaments über die Menschenrechtslage in ihrem Land empört zurückgewiesen.

Die Kopten mit ihrem Oberhaupt Papst Schenuda (Shenouda) III. und einem Bevölkerungsanteil von annähernd zehn Prozent sind staatlichen Diskriminierungen und wachsender Gewalt seitens fanatischer Islamisten ausgesetzt. Der Zugang zu höheren Ämtern bleibt ihnen meist verwehrt. Prominenteste Ausnahme war der zum UNO-Generalsekretär aufgestiegene ehemalige Vizepremier Boutros Boutros-Ghali.

(Ag.)