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Treffen Strache-Haider: FPÖ und BZÖ rücken näher zusammen

Strache, Haider
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BZÖ-Chef Haider und FPÖ-Obmann Strache planen einen gemeinsamen Antrag zur Konjunktur-Belebung. Strache schließt eine Koalition mit dem BZÖ nicht mehr aus.

Bei dem Gespräch zwischen den Parteichefs von FPÖ und BZÖ, Heinz-Christian Strache und Jörg Haider, ist es offenbar zu einer Annäherung gekommen. So habe man sich etwa auf eine Zusammenarbeit auf "Expertenebene" in Wirtschaftsfragen geeinigt, berichtete Strache am Mittwoch. Auch andere Parteien wolle man dazu einladen.

Haider erklärte, man habe einen gemeinsamen parlamentarischen Antrag zur Belebung der Konjunktur "ins Auge gefasst". Generell würden BZÖ und FPÖ künftig die Zusammenarbeit im Parlament "verbessern".

Strache will nun auch eine Koalition mit den Orangen nicht mehr ausschließen. Es liege allerdings am Verhalten der ÖVP, wie sich die Koalitionsverhandlungen entwickeln. Haider sagte dazu, er habe das Gespräch so verstanden, dass die FPÖ zu einer ÖVP-FPÖ-BZÖ-Regierung bereit sei.

Haider: "Keine feindlichen Brüder"

Haider nannte das Treffen der beiden politischen Rivalen ein "Zusammentreffen der Sieger". Das Gespräch sei von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet gewesen. Schließlich sei man keine "feindlichen Brüder", sondern "selbstbewusste Verwandte".

Ähnlich Strache: Das Gespräch sei "atmosphärisch korrekt und ordentlich abgelaufen." Persönliche Animositäten gebe es nicht: "Das ist ein Unsinn, den wir heute in diesem Gespräch auch widerlegt haben." Zwar sei die Gründung des BZÖ ein Anschlag auf die FPÖ gewesen, "die man nicht einfach von der Festplatte löschen kann". Trotzdem gebe es in vielen Bereichen Gemeinsamkeiten.

Kritik an "Selbstfindungsprozess" der ÖVP

Durch die angekündigte überparteiliche Experten-Zusammenarbeit in Wirtschaftsfragen erhofft sich Strache, Antworten auf die derzeitige Finanzkrise zu finden. "Wir wollen rasch ein Konjunkturpaket zusammengestellt wissen." Die ÖVP würde hier durch ihren derzeitigen "Selbstfindungsprozess" jegliche Entwicklung lähmen.

Eine weitere von Haider und Strache geplante Maßnahme ist die Gründung einer überparteilichen Plattform "SOS Demokratie". Persönlichkeiten aus allen politischen Lagern seien eingeladen, für einen Ausbau der direkten Demokratie sowie der Minderheitenrechte einzutreten, erklärte Strache.

Sowohl Haider als auch Strache wollen auch noch mit den Chefs der anderen Parteien Gespräche führen.

(APA/Red.)