Kaupthing-Konten in Österreich eingefroren

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde hat der isländischen Kaupthing Bank in Österreich ihre Geschäfte teilweise untersagt. Begründet wurde dieses Vorgehen mit der "dringenden Gefahr für die Erfüllung der Verpflichtungen" gegenüber den Sparern. Kaupthing Edge in Österreich sei um eine Lösung der Probleme bemüht, hieß es am Donnerstag.

Kaupthing ging in Österreich Anfang September mit 4,85 Prozent aufs Sparkonto an den Start. Die Internet-Bank ist rein auf Online-Sparer ausgerichtet und unterliegt der isländischen Einlagensicherung. Die österreichische Zweigstelle der isländischen Kaupthing Bank hat seit ihrem Markteintritt vor über vier Wochen 200 bis 300 Kunden gewinnen können. Seit dem Start Anfang September wurden von ihnen rund drei Millionen Euro auf die Online-Sparkonten eingezahlt, erfuhr die APA aus Finanzkreisen. Das Geld liegt auf dem Konto einer österreichischen Bank und wurde noch nicht ins Ausland transferiert. Alle Spareinlagen auf österreichischen Konten wurden eingefroren.

Das Geld sei jetzt sicher, es werde "so rasch wie möglich" nach einer Lösung gesucht, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik am Donnerstag. Die Maßnahme der FMA gelte für die Dauer der Gefährdung, längstens jedoch für 18 Monate. Auch in Finnland und Deutschland wurden die Spareinlagen eingefroren.

Vertreter von Kaupthing Österreich beschwichtigten: Die Gelder liegen in Österreich. Für Kaupthing Edge-Kunden in Österreich steht ein telefonischer Kundenservice zur Verfügung. Bei Fragen können sich Kunden an das Service-Team unter 0800/070 070 wenden.

Beim Mutterunternehmen Kaupthing handelt es sich um die größte isländische Bank. Sie wurde mittlerweile unter Kontrolle der isländischen Regierung gestellt. Die Finanzverwaltung des Staates begründete diesen Schritt am Donnerstag mit der Notwendigkeit, das Bankensystem des Landes zu sichern. Die Einlagen der Kaupthing-Kunden sollen dadurch zu 100 Prozent garantiert werden.

(APA)

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