US-Börsen: Achterbahnfahrt in erneutes Minus

(c) AP (Richard Drew)
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Achtes Minus in Folge an der Wall Street. Der Dow Jones schloss an einem turbulenten Handelstag mit einem Minus von 1,5 Prozent. Nun hoffen die Börsianer auf ein entschlossenes Vorgehen der G7-Staaten.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Freitag mit deutlichen Kursabschlägen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index verlor 128,00 Punkte oder 1,49 Prozent auf 8.451,19 Einheiten. Der S&P-500 Index fiel um 10,70 Punkte (minus 1,18 Prozent) auf 899,22 Zähler. Nur der Nasdaq Composite Index konnte sich erhöhen und stieg um 4,39 Einheiten oder 0,27 Prozent auf 1.649,51 Zähler.

Der Handelstag an der Wall Street war von einem sehr volatilen Handel geprägt, der einer Achterbahnfahrt glich. Der Dow Jones übersprang mehrere Male die Grenze zwischen der Verlust- und der Gewinnzone. So hat der Index VIX, der die Volatilität (Schwankungsintensität, Anm.) an den US-Märkten misst, den höchsten Wert in seiner Geschichte erreicht.

Bush fordert weitere Zinssenkung

Die Hoffnung auf ein entschlossenes Vorgehen der G7-Staaten ließ die Kurse zeitweise in die grüne Zone eintreten. Die vorangegangen Panikverkäufe hatten Dow Jones knapp nach der Eröffnung um acht Prozent einbrechen lassen. Im Verlauf wurden die Verluste wieder ausgeglichen und zeitweise erreichte der Index ein Plus von 2,32 Prozent. Schlussendlich konnte der Dow Jones die im Späthandel erreichten Gewinne aber nicht über die Schlussglocke retten. An sieben verlustreiche Handelstage in Folge reiht sich zum Wochenende nun ein weiterer.

US-Präsident George W. Bush hat am Freitag versichert, dass die Regierungspläne zur Rettung der Finanzmärkte groß genug seien, aber Zeit bräuchten, um zu greifen. Er forderte weitere Zinssenkungen und kündigte an, dass Börsenhändler, die in "illegale finanzielle Aktivitäten" ("short-selling") verwickelt seien, gesetzlich verfolgt würden. Am Wochenende kommen in Washington zahlreiche große Akteure in der Finanzwelt zusammen. Die Erwartungen vonseiten des Marktes sind hoch.

Hoffnung auf G7-Gipfel

Am Wochenende findet ein Krisentreffen der Finanzminister der G-7-Staaten in Washington statt. Die sieben führenden Industrienationen stehen dabei angesichts der Panik an den Weltbörsen unter massivem Druck, mit allen Mitteln einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern.

Indes hat die französische EU-Ratspräsidentschaft offiziell einen Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der 15 Länder der Eurozone anlässlich der aktuellen Finanzkrise einberufen. Das Treffen werde am Sonntag ab 17.00 Uhr in Paris stattfinden, teilte der EU-Vorsitz am Freitagabend mit. Auch SP-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wird teilnehmen, bestätigte sein Sprecher Stefan Hirsch.

Die Finanzkrise ist bereits Thema der regulären Herbsttagung der EU-Staats- und Regierungschefs am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Brüssel.

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