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China macht Landreform zur Bekämpfung der Armut

Die kommunistische Führung Chinas hat am Sonntag ein Reformpaket beschlossen mit dem Ziel, gegen die Armut unter der Landbevölkerung vorzugehen. Angesichts der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich soll damit den Bauern zu mehr Wohlstand verholfen werden. Das Vorhaben sei bei einem viertägigen Treffen des Zentralkomitees gebilligt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Ziel sei es, den Konsum in ländlichen Regionen wesentlich zu erhöhen und die schlimmste Armut bis 2020 auszumerzen. Die Reformen sehen vor, dass Bauern künftig Land verkaufen oder verpachten können. Dies sei angesichts der wachsenden Zahl von Landbewohnern, die als Wanderarbeiter in die Stadt zögen, notwendig, berichtete die amtliche Zeitung "China Daily". So sollten größere und wirtschaftlichere Agrarbetriebe entstehen, die den Bedarf der schnell wachsenden Wirtschaft Chinas deckten könnten.

"Ungeachtet des starken Wirtschaftswachstums in den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich eine tiefe Kluft zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung aufgetan, die die Bemühungen um soziale Harmonie behindert", schreibt das Blatt. Der Plan sieht auch Maßnahmen für eine schnellere Modernisierung der Landwirtschaft vor.

In der chinesischen Führung sind in jüngster Zeit Warnungen laut geworden, dass der tiefer werdende Graben zwischen den 800 Millionen Menschen auf dem Land und den 500 Millionen in den Städten die soziale Stabilität beeinträchtigen könnte. Über den nun beschlossenen Maßnahmen hatten in den vergangenen vier Tagen 500 Beamte und Mitglieder des Zentralkomitees hinter verschlossenen Türen gebrütet.

Das Zentralkomitee entließ am Sonntag einen hochrangigen Parteifunktionär wegen mutmaßlicher Bestechlichkeit. Nach Berichten von Xinhua soll der 55-jährige Yu Youjun in Korruptionsfälle aus seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Shenzhen von 2000 bis 2003 verwickelt sein. Zuletzt war er der leitende Parteivertreter im Kulturministerium.

(APA)