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Haider: Offizielle Trauer-Feierlichkeiten begonnen

Der Sarg des oesterreichischen Politikers Joerg Haider ist am Donnerstag, 16. Okt. 2008, im Landhaus
(c) AP (Matthias Schrader)
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Der Kärntner Landes-Hauptmann wurde am Donnerstag im Großen Wappensaal des Klagenfurter Landhauses aufgebahrt. Spekulationen, wonach Haider unter Drogeneinfluss stand, wurden widerlegt.

In Klagenfurt haben am Donnerstagvormittag die offiziellen Trauerfeierlichkeiten nach dem Unfalltod von Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) begonnen. Der Sarg des Verstorbenen wurde im Klagenfurter Landhaus im Großen Wappensaal aufgebahrt.

Kurz nach 10.00 Uhr traf die Familie Haiders in zwei grauen Limousinen ein. Witwe Claudia Haider sowie die Töchter Ulrike und Cornelia betraten daraufhin gemeinsam mit den engsten Freunden den Wappensaal, den sie nach etwa einer halben Stunde wieder verließen. Claudia Haider wurde dabei vom Militärseelsorger Emmanuel Longin am Arm die Stiegen hinuntergeleitet.

Bevor die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zugänglich waren, hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, die die Witwe abschritt und dabei Beileidsbekundungen entgegennahm. Dabei kam es teilweise zu sehr emotionalen Szenen.

An Ort und Stelle versammelten sich kurz nach der Familie außerdem die gesamte Landesregierung sowie die Vertreter des BZÖ, darunter Parteichef Stefan Petzner und Landtagspräsident Josef Lobnig. Ein Spalier aus Kränzen säumte den Hof, auch vor dem Wappensaal war Blumenschmuck angebracht. Auf diese Weise kondolierten unter anderem das offizielle Österreich und Kärnten sowie die Bundesländer. Es fand sich aber auch ein Kranz von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Im Wappensaal selbst stand Haiders Sarg schräg in der linken vorderen Ecke neben dem Fürstenstein, links und rechts gesäumt von einem Spalier mit Vertretern des Bundesheeres, der Polizei, der Feuerwehr und der Straßburger Schützen. Den Sarg zierte Rosenschmuck und eine Schleife der Witwe, daneben waren Kränze der Töchter und ihrer Ehemänner angebracht. Auf zwei Tischen waren Kondolenzbücher aufgelegt.

Wappensaal bleibt bis Freitag offen

Der Wappensaal bleibt am Donnerstag und Freitag jeweils bis 22.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Samstag wird der Sarg von dort in einem Trauerzug durch die Stadt zunächst auf den Neuen Platz und dann in den Dom zu Klagenfurt gebracht, wo Haider verabschiedet wird.

Keine Drogen nachgewiesen

Der Kärntner Landeshauptmann war in der Nacht auf Samstag mit überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abgekommen und dabei tödlich verunglückt. Haider hatte laut Gerichtsmedizin 1,8 Promille Alkohol im Blut. Die Kärntner Staatsanwaltschaft widersprach jedoch Spekulationen, wonach Haider bei seinem Unfall unter Drogeneinfluss gestanden habe. Gottfried Kranz, Leiter der Staatsanwaltschaft, betonte: "Im Vortestverfahren ist alles negativ, keine Drogen."

War zuletzt in Szenelokal in Klagenfurt

Unter Berufung auf eine bei der Staatsanwaltschaft eingelangte E-Mail berichtete Kranz außerdem, dass Haider vor seinem Unfall in einem Klagenfurter Szenelokal gewesen sei. Aus der Nachricht gehe hervor, dass ihm angeboten worden sei, ihn nach Hause zu bringen, was Haider jedoch abgelehnt habe. Ursprünglich hatte es geheißen, Haider hätte sich nach einem offiziellen Termin in Velden am Wörthersee auf den Nachhauseweg gemacht.

Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall nun so gut wie abgeschlossen. Es gibt laut Kranz kein Fremdverschulden und keinen Drittbeteiligten. Lediglich einige schriftliche Aussagen würden noch ausgewertet.

Die Österreichischen Bundesbahnen werden für das Begräbnis von Jörg Haider am Samstag ihren Zugverkehr ausweiten. In Klagenfurt selbst, wo der Verkehr in der gesamten Innenstadt zum Erliegen kommen wird, kommt es zu zahlreichen Umleitungen des öffentlichen Verkehrs. Der Kondukt mit dem Sarg des Toten wird sich am Samstag vom Landhaus aus über den Neuen Platz zum Domplatz bewegen, wo Haider nach einem Requiem im Dom zu Klagenfurt verabschiedet wird. Die Landestrauerfeier am Neuen Platz beginnt um 11.45 Uhr.

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(APA)