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Landestrauer in Kärnten: "Bist du nit bei mir"

Die Kärntner nehmen Abschied von Jörg Haider.
(c) EPA (Barbara Gindl)
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Haider-Abschied. Tausende Sänger geben Sangesbruder Jörg Haider die letzte Ehre.

Klagenfurt. Mehr als 30.000 Trauergäste werden zur offiziellen Verabschiedung von Jörg Haider am Samstag in Klagenfurt erwartet. Wegen des großen Ansturms muss die Innenstadt für den Individualverkehr gesperrt werden. An der Peripherie wurden Auffangparkplätze eingerichtet, von denen Shuttle-Busse die Besucher in die Innenstadt bringen.

Insgesamt steht ein Aufgebot von rund 1000 Exekutivbeamten bereit. Denn die Zahl der in- und ausländischen Ehrengäste, die sich von Jörg Haider verabschieden wollen, wird von Stunde zu Stunde größer. Nach Klagenfurt kommen Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und die komplette österreichische Bundesregierung. Angesagt sind überdies Viktor Kokscharov, Ministerpräsident der Uralrepublik Swerdlovsk, die beiden italienischen Regionspräsidenten Renzo Tondo (Friaul) und Giancarlo Galan (Venetien).

Einige tausend Sänger werden Haider, der ein Freund des Kärntner Liedes war und selbst gerne die Stimme erhob, auf seinem letzten Weg begleiten. Roland Loibnegger, der bei der zurückliegenden Europameisterschaft die „Kärntner Klangwolke“ organisierte, hat alle Sänger des Landes aufgerufen, nach Klagenfurt zu kommen. Auf dem Programm stehen vier Lieder, die jeder Kärntner kennt: „'S is scho still uman See“ und „Bist du nit bei mir“ sind für gemischten Chor geschrieben, „Hamgeahn“ und „O Rosental“ für reinen Männerchor.

Die Trauerfeierlichkeiten beginnen um 11 Uhr im Landhaushof für die Familie und die Ehrengäste. Die große Verabschiedung mit Reden, Chorliedern und der Musik findet auf dem „Neuen Platz“ statt. Das Requiem im Dom zelebrieren der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari und der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz gemeinsam. Intoniert wird Wolfgang Mozarts Requiem in d, Köchelverzeichnis 626. Nach dem Requiem wird der Sarg mit dem Leichnam des Landeshauptmannes von Bergführern aus Heiligenblut aus dem Dom getragen.

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("Die Presse" Printausgabe vom 18. Oktober 2008)