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Wrabetz: Öffentlich-rechtliches TV hätte Bush verhindern können

(c) ORF (Günther Pichlkostner)
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Der ORF-Generaldirektor hält einen öffentlich-rechtlichen Sender für "unerlässlich". Welchen Wert der ORF in Zukunft haben könnte, das untersucht eine Forschungsgruppe der Fachhochschule Journalismus.

"Hätte es in den USA einen funktionierenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk gegeben, wäre vor vier Jahren jemand anders Präsident geworden, und wir hätten heute diese Probleme nicht." Das glaubt jedenfalls ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Er hält die Existenz eines öffentlich-rechtlichen Senders für "unerlässlich". Welche Bedeutung der ORF in Zukunft für die Öffentlichkeit haben und wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen aussehen könnte, das untersucht derzeit die Fachhochschule Journalismus in Wien.

Es ist das bisher größten Medienforschungsprojekt des Lehrgangs. In den nächsten vier Jahren will ein Forschungsteam die Umsetzung des gesetzlichen Programmauftrags, die Messbarkeit von öffentlich-rechtlichem Mehrwert und die vermeintlich ungenügende Abgrenzung vom kommerziellen Bereich untersuchen.

Wrabetz: Mehr Staat, weniger privat

Ziele des Projekts sind unter anderem, einen "Beitrag zur Sicherung der journalistischen Qualität in Österreich durch externe Analyse und unabhängige Expertise" zu leisten, sagte Studiengangsleiter Reinhard Christl. Zudem soll eine öffentlich zugängliche Informationsplattform zum Thema Public Value geschaffen werden. Der ORF will die Initiative der Fachhochschule unterstützen und mit hauseigenen Projekten, wie etwa der Qualitätssicherungsstudie, anreichern.

Wrabetz erhofft sich "so viel wie möglich Verwissenschaftlichung und Versachlichung" zum Thema öffentlich-rechtlicher Mehrwert. Er wittert derzeit einen "Paradigmenwechsel", der mit der aktuellen Finanzkrise Hand in Hand geht. Herrschte zuvor das Motto "weniger Staat, mehr privat", tendiere der Zeitgeist mittlerweile in die Gegenrichtung. Nämlich zu "mehr Öffentlich-Rechtlichem, weil klar geworden ist, dass die Privaten diese Aufgabe nicht erfüllen können". Die Privatsender hätten etwa in Zusammenhang mit der Wahlberichterstattung zwar einen ergänzenden Beitrag und ein wenig Public Value geleistet, 90 Prozent der Informationssendungen seien aber vom ORF gekommen.

 

(APA)