Die Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW Gruppe bezifferte den Schaden, der durch eigenmächtige Transaktionen eines mittlerweile entlassenen Prokuristen entstanden sein soll, auf 50 Mio. Euro. Der Mitarbeiter soll viele Geschäfte mit untypisch hohen Summen getätigt und Aktienpakete transferiert haben. Die Finanzmarktaufsicht hat dem AvW-Vorstand bereits einen Regierungskommissär beigestellt.
Insgesamt fehlen rund eine Mio. Aktien, die zusammen mit anderen Positionen einen Wert von rund 28 Mio. Euro haben, teilte Vorstandschef Wolfang Auer von Welsbach am Mittwoch mit. Mit den dem "Hin- und Herschieben" der Aktienpakete wollte der Prokurist angeblich einen "Margin Call" verdecken. Durch die Finanzmarktkrise bzw. die fallenden Kurse sei der Schaden dann immer größer geworden. Der Margin Call beläuft sich nun auf 22 Mio. Euro.
Der Rückkauf der Genussscheine der AvW Gruppe muss jedenfalls bis Jahresende eingestellt bleiben. Rund 12.000 Personen sind davon betroffen. Insgesamt befinden sich etwa 152.000 Scheine am Markt. Wann die Inhaber zu ihrem Geld kommen und zu welchem Kurs der Rückkauf dann getätigt werden kann, ist noch nicht bekannt.
Die FMA hat umgehend reagiert und schickt nun Wirtschaftsprüfer Martin Wagner in die AvW. Ab sofort müssen alle Entscheidungen der AvW Invest, die eine Gefahr für die finanziellen Angelegenheiten der Kunden darstellen könnten, dem Kommissär mitgeteilt werden.
Der Börsenhandel von AvW-Invest-Aktien wurde eingestellt. Aktien der AvW Invest AG können erst wieder ab Donnerstag ge- und verkauft werden. Analog zum Heimatmarkt wurde der Handel auch an der Frankfurter Börse, wo die Papiere ebenfalls notieren, gestoppt, hieß es seitens der Deutschen Börse.
(APA)