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Nowotny: Finanzkrise großteils überstanden

APA (Techt/Archiv)
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Der österreichische Notenbankchef sieht die vergangene Woche als Wendepunkt in der Finanzkrise. Die mögliche Rezession in Europa könnte Zinssenkungen notwendig machen.

In der Finanzkrise ist nach den Worten des Notenbank-Präsidenten und EZB-Ratsmitglieds Nowotny das Schlimmste inzwischen überstanden. Die Möglichkeit einer längeren Rezession in Europa könne aber weitere Zinssenkungen erfordern, sagte er in einem Interview mit dem Sender CNBC. Die vergangene Woche habe den Wendepunkt in der Finanzkrise markiert. Die Finanzmärkte seien nun zuversichtlicher.

Dies sei auf Krisen-Instrumente zurückzuführen, die die Regierungen und Zentralbanken eingesetzt hätten. Einige wirtschaftliche Vorhersagen würden aber angesichts der jüngsten Turbulenzen auf eine langwierige Rezession hindeuten. Wachstumsraten würden wohl sinken und die Zahl der Arbeitslosen steigen.

Auf die Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen weiter senken könnte, sagte Nowotny, die EZB habe sich im vergangenen Jahr zurückgehalten, "und nun haben wir Munition zum verschießen". Dabei könne es manchmal gut sein, wenn Zentralbanken ihr Vorgehen koordinierten. Manchmal sei es aber auch notwendig, einen Schritt allein zu gehen.

Die EZB hatte am 8. Oktober in einer koordinierten und zeitgleichen Aktion mit anderen Zentralbanken, darunter der US-Notenbank, die Zinsen um 50 Basispunkte gesenkt. In der Euro-Zone beträgt der Schlüsselzins nun 3,75 Prozent. Analysten erwarten nochmals sinkende Zinsen noch 2008, wobei einige auf eine Senkung bereits beim nächsten EZB-Treffen am 6. November tippen.

(APA)