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Wiener Börse am Abend: Tiefrot

symbolbild: börse wien atx
(c) AP (ALASTAIR GRANT)
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Der Sturzflug des heimischen Aktienmarkts geht weiter: Der ATX büßt knapp zehn Prozent ein, höher als an anderen Börsen Europas. Händler erklären das mit dem Osteuropa-Faktor.

Die Wiener Börse hat ihre rasante Abwärtsbewegung am Montag fortgesetzt. Zwar waren auch andere europäische Börsen sehr schwach in die Woche gestartet, konnten im Tagesverlauf ihre Verluste aber teilweise eingrenzen. In Wien fielen die Abgaben hingegen einmal mehr besonders deutlich aus. Der heimische Leitindex ATX musste am Montag 9,74 Prozent hinnehmen und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Jänner 2004. Allein seit Jahresbeginn hat der ATX bereits 63 Prozent an Wert eingebüßt.

Fokus auf Osteuropa

Aktienhändler erklärten die überproportionalen Verluste in Wien mit dem Osteuropa-Fokus vieler heimischer Unternehmen, Wien werde international als "Ost-Börse" wahr genommen. Das starke Osteuropa-Engagement österreichischer Unternehmen wird angesichts der Finanzkrise und der höheren Risikoaversion der Anleger von vielen Investoren als negativ gewertet.

Kaum ausländische Investoren

Ausländische Investoren seien damit in Wien kaum mehr aktiv, die Handelsvolumina waren weiter sehr schwach. "Es geht nicht mehr viel um, aber wenn etwas gehandelt wird, dann wird verkauft", sagte ein Aktienhändler. Angesichts der kleinen Stückzahlen dürften dabei derzeit vor allem Privatanleger auf Verkäuferseite aktiv sein, institutionelle Investoren dürften bei Verkaufsbedarf bereits verkauft haben, hieß es.

 

ATX

Der ATX fiel um 180,94 Punkte oder 9,74 Prozent auf 1.675,89 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Jänner 2004. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 44 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.720 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +0,68 Prozent, DAX/Frankfurt +0,90 Prozent, FTSE/London -0,22 Prozent und CAC-40/Paris -3,95 Prozent.

Bankaktien

Stark unter Druck kamen am Montag einmal mehr die Bankaktien. Auch die Bankwerte litten Börsianern zufolge unter ihrem Osteuropa-Fokus. So hatten zuletzt Meldungen über IWF-Hilfsprogramme für die Ukraine und Ungarn das Sentiment belastet.

Die Hilfsprogramme seien natürlich positiv. Im derzeitigen Umfeld, werde den Nachrichten aber eher ein negativer Aspekt beigemessen, da sie zeigen, dass es ein Problem gibt, erklärt der UniCredit-Analyst Paul Wessely. Negativ für das Marktsentiment dürfte sich zudem auch der Antrag auf staatliche Eigenkapitalhilfe durch die österreichische Kommunalkredit ausgewirkt haben.

Raiffeisen, Erste Group

Raiffeisen International büßten 15,77 Prozent auf 21,90 Euro ein (594.346 gehandelte Stück) und fielen damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie bereits gefünftelt. Erste Group schlossen mit einem Minus von 8,71 Prozent bei 16,25 Euro (991.953 Stück).

Telekom, Voestalpine, OMV

Auch die anderen ATX-Schwergewichte kamen zu Wochenbeginn deutlich unter Druck. Telekom Austria fielen um 17,35 Prozent auf 8,10 Euro (1.811.731 Stück). Voestalpine verloren 9,36 Prozent auf 15,40 Euro (608.387 Stück). OMV büßten 9,09 Prozent auf 20,00 Euro ein (644.543 Stück). Verbund fielen um 8,07 Prozent auf 33,05 Euro (212.076 Stück).

AUA

AUA fielen vor dem Hintergrund der Turbulenzen um die Privatisierung der Airline um 10,42 Prozent auf 2,75 Euro (477.050 Stück). Im ersten Anlauf ist die fristgerechte Veräußerung der AUA gescheitert, darum musste die Staatsholding ÖIAG die Regierung um Fristerstreckung bis Ende Dezember ersuchen - was diese am Mittwoch beschließen will. Es erfolgt keine Neuausschreibung, sondern es wird mit der Lufthansa und der russischen S7 verhandelt.

 

Immofinanz

An der Spitze der wenigen Kursgewinner fanden sich am Montag Immofinanz mit einem Plus von 8,42 Prozent auf 1,03 Euro (2.995.090 Stück).

(APA/Red.)