Juweliere und Parfumeure gehen wieder Verbindungen ein. Das Resultat: Vier neue Damenparfums und ein Herrenduft.
Eines steht fest: Wenn ein Juwelier ein Parfum auf den Markt bringt, wird mit Argusaugen zunächst der Flakon beäugt. Denn schließlich ist wohl niemand besser geeignet, „durchkomponierte Kleinodien“ zu schaffen, als Schmuckhersteller. Der Anspruch, dass auch der Flakon ein Schmuckstück wird, ist hoch. Und nahe liegend ist auch, dass bei der Bewerbung von Juwelierparfums diverse Assoziationen nach dem Motto „Parfum ist wie Schmuck auf der Haut“ nicht ausgelassen werden. Schließlich ist ein Parfum aus einem Schmuckkonzern ja auch die vergleichsweise günstige Variante, wenn man ein Stück von Cartier, Chopard oder Bulgari sein Eigen nennen möchte.
Van Cleef & Arpels brachte kürzlich seinen neuen Duft Féerie in einer sehr verspielten und im wahrsten Sinn des Wortes weit verzweigten Verpackung auf den Markt, passend zur Linie des Hauses: eine runde Flasche aus nachtblauem Glas mit Facettenschliff, darauf eine silberfarbene Elfe auf einem Ast. Kompakt ist anders, aber ein Flakon muss schließlich auch andere Ansprüche erfüllen als ein Tetrapak. Die Flasche von B, dem neuen Parfum des Pariser Nobeljuweliers Boucheron, hingegen ist genau gegensätzlich konzipiert: nach außen ein glatter, gläserner Zylinder, dessen Auswüchse gleichsam nach innen gestülpt sind. Die goldenen Fältelungen, die Gravur und der geschliffene grüne Glasstein, der einem Boucheron-Ring nachempfunden ist, kommen erst beim Öffnen der schlichten zweiteiligen Grundform richtig zur Geltung.
An markencharakteristische Schmuckstücke selbst erinnert der Verschluss des „Jasmin Noir“-Flakons von Bulgari: Den doppelten, gerundeten Schriftzug kennt man schon von diversen Anhängern und Ringen. Auch ein Weg, einen Zusammenhang zwischen Haute Joaillerie und Haute Parfumerie herzustellen.