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„Eine Krise bei uns? Nein, auf keinen Fall!“

(c) GEPA pictures (Gepa Pictures/ Franz Pammer)
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Rumänien erwartet trotz der globalen Finanzkrise rund acht Prozent Wachstum.

BUKAREST(pbo). Geht es nach der liberalen Minderheitsregierung unter Premier Calin Popescu-Tariceanu, ist in Rumänien von Krise nicht viel zu spüren. Trotz der globalen Finanzkrise erwartet die Regierung heuer ein Wirtschaftswachstum von acht bis neun Prozent. Auch die Ökonomin Monica Apostol wiegelt ab: „Eine Krise bei uns? Nein, auf keinen Fall!“

Demgegenüber behaupten immer mehr Experten, dass Rumänien auf eine Zahlungsunfähigkeit zusteuere. Möglicherweise wird das Land, ähnlich wie Ungarn, auf einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Weltbank angewiesen sein. Auch die Analysten der Raiffeisen Bank läuten die Alarmglocken: Rumänien sei viel zu sehr von ausländischer Finanzierung abhängig, als dass es der Krise entgehen könnte.

Wirtschaftsforscher erwarten, dass sich die Zahl der rumänischen Arbeitslosen im nächsten Jahr verdoppeln wird. Überdies wird erwartet, dass die etwa drei Millionen Auslandsrumänen angesichts der Wirtschaftskrise weit weniger Geld an ihre Angehörigen nach Rumänien schicken könnten. Im Vorjahr überwiesen rumänische Gastarbeiter laut Schätzungen rund sechs Milliarden Euro an ihre Familien zu Hause.

Unterdessen tobt in Rumänien bereits ein erbitterter Wahlkampf angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen Ende November. Die Opposition spart dabei nicht mit allerlei populistischen Versprechungen. Dies bringt die Regierung Tariceanu inzwischen zunehmend in Bedrängnis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2008)