"Der Jesus-Mohammed-Schock": Marokko verbietet Magazin

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Der Artikel im französischen Nachrichten-Magazin über das Leben und die Lehren der beiden beleidige den Islam, urteilt die marokkanische Regierung. Eine Erklärung für die Entscheidung bleibt die Regierung schuldig.

Die marokkanische Regierung hat die jüngste Ausgabe des renommierten französischen Nachrichtenmagazins "L'Express" wegen Beleidigung des Islam verboten. Auf dem Titelblatt der internationalen Ausgabe des Magazins war unter der Überschrift "Der Jesus-Mohammed-Schock - Ihr Lebenslauf, ihre Botschaft, ihre Vision" je ein Bild der beiden religiösen Figuren zu sehen.

Die Regierung habe wegen der beleidigenden Natur keine andere Wahl gehabt, verteidigte Informationsminister Khalid Naciri den Erlass am Sonntag. Beleidigung von Religion oder dem Königshaus sind in Marokko verboten. Naciri erklärte nicht im Einzelnen, was an der Veröffentlichung als anstößig betrachtet werde.

Das Magazin bedauerte die Entscheidung und bezeichnete sie als nicht nachvollziehbar. Der Titel sei im Vorfeld einer Tagung von muslimischen und christlichen Theologen im Vatikan dieser Woche erschienen, "um dem Dialog zwischen Islam und Christentum zu helfen".

Zudem passte das Magazin das Titelblatt der in Marokko erscheinenden Ausgabe den islamischen Regeln an und zeigte den Propheten Mohammed nur mit verdecktem Gesicht. Das Bild stamme aus einem ottomanischen Manuskript des 16. Jahrhunderts und sei nicht bearbeitet worden, hieß es beim "Express".