Schnellauswahl

Mitarbeiter bauen ihre Infoplattformen selbst

Einfache Lösungen für täglich benötigte Businessinformationen.

Das Web 2.0 wird oft auch als das „read/write-Web“ bezeichnet, da die User nicht nur konsumieren, sondern auch Inhalte selbst erstellen können. Der nächste logische Schritt ist nun die „Ausführung“, also die (Re-)Kombination verschiedener Inhalte und Dienste zu neuen Anwendungen. Mit Mashups wird das immer einfacher.

Unter dem Begriff „Remix“ oder „Mashups“ wird die Rekombination in der Musik schon länger erfolgreich genutzt: Bestehende Inhalte unterschiedlichster Herkunft werden zu neuen Musikstücken und Videos zusammengestellt.

Erste, einfache Beispiele im Web 2.0 waren etwa die Integration von YouTube-Videos oder Google-Maps-Material in Homepages und Blogs, oder Googles personalisierte Startseite iGoogle, deren Funktionalität man mithilfe sogenannter „Widgets“ an die persönlichen Bedürfnisse anpassen konnte.


Wie SOA für Informationen

Auf den ersten Blick erinnern Mashups an das Konzept der Service-Orientierten-Architektur (SOA), da auch hier verschiedene Komponenten zu einer zusammenhängenden Anwendung kombiniert werden. Während aber SOA-basierte Anwendungen meist Geschäftsprozesse abbilden, verfolgen Mashups eher das Ziel, Informationen zu verknüpfen.


Yahoo, Microsoft, Google

Eine der bekanntesten Mashup-Lösungen ist „Yahoo Pipes“. Hier können Endanwender strukturierte Daten innerhalb einer webbasierten visuellen Programmierumgebung kombinieren und publizieren. Diese Mashups können Kernfunktionalitäten für WebApplikationen zur Verfügung stellen oder als wiederverwendbare Komponenten innerhalb der Pipes-Plattform selbst dienen. Microsofts Lösung „Popfly“ basiert auf dem Flash-Pendant Silverlight des Unternehmens und erlaubt die Zusammenstellung von bestehenden Webinhalten in einer selbst gestalteten Webseite.

Google stellt seinen Benutzern unter dem Namen „Google Mashup Editor“ ebenfalls ein webbasiertes Entwicklungswerkzeug zur Verfügung, über das Web-Applikationen und Mashups mit Google-Diensten wie beispielsweise Google Maps verbunden werden können. Zunächst nur als Spielzeug abgestempelt, drängen Mashups heute aber auch zunehmend in den Unternehmensbereich.

Als eines der ersten großen Unternehmen hat IBM die Möglichkeiten der Mashups für den Unternehmenseinsatz aufgegriffen. Aus dem sechs Jahre alten Vorläufer QEDWiki hat IBM „Lotus Mashups“ entwickelt, mit dessen Hilfe Businessanwender – ohne programmieren zu müssen – Web-anwendungen zusammenstellen können, die Daten aus Geschäftsanwendungen mit Webinformationen kombinieren. „Lotus Mashups“ wird auch innerhalb des „Connections“-Produktes eingesetzt, um die personalisierte Startseite jedes Benutzers umzusetzen (siehe oben).


Ohne Administratorenrechte

Die Möglichkeit, dass der Benutzer sich selbst die benötigten Daten in Form eines Mashups zusammenstellt, ohne dass er dazu erst Datenbankadministratoren und Entwickler beauftragen muss, ermöglicht die schnelle Umsetzung von Lösungen und damit einen Mehrwert für den Geschäftsablauf, auch wenn es eine erhöhte Fehleranfälligkeit aufgrund der zahlreichen Datenquellen sowie Fragen zu Sicherheit und Verfügbarkeit zu berücksichtigen gilt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2008)