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Genetischer Bauplan von Krebs-Patient entschlüsselt

Ein Chemiker demonstriert die Vorgehensweise bei einer DNA-Analyse
(c) AP (Thomas Kienzle)
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In einer aktuellen Studie wurde das Genom einer Leukämie-Patientin entschlüsselt, die untersuchten DNA-Mutationen könnten bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen.

An der Washington University http://medschool.wustl.edu haben Wissenschaftler erstmals die komplette DNA eines Krebs-Patienten dekodiert und die Krankheit auf ihre genetischen Ursachen analysiert. Das Team um Richard Wilson fand zehn genetische Mutationen, die für das Entstehen der akuten myeloischen Leukämie (AML) der Patientin ausschlaggebend waren. In bisherigen Studien wurden nur zwei jener Mutationen mit der Krankheit in Zusammenhang gebracht. Die eingesetzte Sequenzierungstechnik könnte auch bei anderen Krebsarten zum Einsatz kommen und helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Die Forscher untersuchten zwei Proben der zwischen fünfzig und sechzig Jahre alten Frau in Hinblick auf DNA-Unterschiede. Eine Probe wurde von gesunden Hautzellen entnommen, die andere vom erkrankten Knochenmarksgewebe. Es zeigte sich, dass nahezu jede Zelle der Tumorprobe über neun der entscheidenden Mutationen verfügte. Wie die meisten Krebsarten entsteht auch die akute myeloische Leukämie durch DNA-Mutationen, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln.

Bisher ist nur wenig über die Veränderungen im Träger der Erbinformation und den Prozess des unkontrollierten Zellwachstums bekannt. Frühere Versuche, das Genom eines einzelnen Menschen zu dekodieren, haben sich auf verbreitete Bereiche der DNA-Abweichungen konzentriert, die für ein Erkrankungsrisiko von Bedeutung sein können. Für die aktuelle Studie gelang es aber, mittels eines Gen-Sequenzierungsverfahrens alle drei Milliarden chemischen Basen zu untersuchen. So wurde es möglich, jene Mutationen zu identifizieren, die zur Erkrankung der Patientin geführt hatten. Details der Studie wurden in Nature veröffentlicht.

(Ag./Red.)