Der Immofinanz-Skandal bewegt sich immer mehr in Richtung Bawag. Nicht auszuschließen, dass Herr Elsner Schachpartner bekommt.
Finanzringelspiele mit „Fake“-Bonds, Bilanzbuchungen, die sich in Luft auflösen, Aufsichtsräte namens Hase („Wir wissen von nix“), ein Vorstand, der in der Gruppe nach Gutdünken herrschen kann – kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor?
Nein, wir reden nicht von der Bawag. Sondern von der Immofinanz-Gruppe. Was da hochkommt, dreht einem wirklich den Magen um. Und es ist bei aller Unschuldsvermutung nicht auszuschließen, dass Herr Elsner Schachpartner bekommt.
Ohne der Justiz vorgreifen zu wollen: Wenn das konsequenzenlos durchgeht, dann kann man den Finanzplatz Österreich gleich zusperren. Der Letzte möge dann bitte das Licht ausmachen.
Das Schlimmste: Niemanden regt es auf, wenn sich Aufsichtsräte und Vorstände dumm stellen und sich so aus der Verantwortung stehlen. Aber hallo: Es gibt hierzulande so etwas wie eine Vorstandshaftung. Da kann sich beispielsweise der Vorstand einer AG auch dann nicht leise davonmachen, wenn er sagt, er mache das nur „ehrenamtlich“, habe keine Ahnung, was in der Firma vorgehe, und besitze außerdem ohnehin keinen Dienstvertrag.
Hier haben Kleinanleger riesige Summen verloren. Die Banken haben signalisiert, dass sie die Gruppe irgendwie „durchtragen“ werden, was auch gut so ist. Aber für den Rest ist jetzt wirklich der Staatsanwalt zuständig. Und zwar ein wenig pronto.
(Bericht: S. 22)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2008)