Die Post darf nicht einknicken

SP-Chef Werner Faymann und „Kronen Zeitung“ haben ein neues Ziel – die Post. Diese sollte trotz Trommelfeuers ihre Pläne nicht aufgeben.

Dass sich SP-Chef Werner Faymann und „Krone“-Herausgeber Hans Dichand bestens verstehen, ist spätestens seit dem „EU-Brief“ und der darauf folgenden Vater-Sohn-Posse im Sommer hinlänglich bekannt. Ein gutes Beispiel für die gemeinsamen Interessen dieser beiden politischen Akteure sind die Vorgänge rund um die Sparpläne der Post. Da erhielten die Post-Aufsichtsräte– und somit auch die Politik – am vergangenen Donnerstag ein internes Strategiepapier. Dieses wurde dem Chronik-Chef der „Krone“ zugespielt, der zufälligerweise mit der Pressesprecherin von Faymann verheiratet ist.

Die „Krone“ veröffentlicht die Pläne, Faymann attackiert daraufhin das Postmanagement, dessen Ablösung er schon im Sommer forderte. Im Eishockey sagt man dazu: über die Bande spielen. Seither steht die Post-Spitze unter einem regelrechten Trommelfeuer von „Krone“ und Faymann. Diese soll auf diese Weise weich gekocht werden, um die vom größten Kleinformat unerwünschten Pläne zurückzuziehen. Da die entscheidende Aufsichtsratssitzung noch aussteht, dürfen die attackierten Manager öffentlich keine Stellung nehmen. Perfekte Watschenmänner also.

Einzuknicken und die Pläne fallen zu lassen wäre nun sicher der einfachste Weg für die Post-Führung. Dies darf sie aber nicht machen. Denn der Wettbewerb am Postmarkt wird kommen. Und ohne entsprechende Maßnahmen droht der Post ein wirtschaftliches Debakel. (Bericht: S. 1)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2008)

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