Die Freilassung von Helmut Elsner aus der Untersuchungshaft hat heute Ruth Elsner, Ehefrau des nicht rechtskräftig verurteilten ehemaligen BAWAG-Generaldirektors, gefordert. Elsner sitze nun bereits fast 21 Monate in U-Haft, sagte Ruth Elsner am Dienstag. Vor den zahlreichen Medienvertretern appellierte sie an die Justiz, diese "unglaubliche Haft" zu beenden.
Elsners Anwalt Elmar Kresbach sieht Elsner als "politisches Opfer". Sein Klient sei "zu einem politischen Sündenbock" gemacht worden. Angesichts der aktuellen Finanzkrise meinte er, wäre der Fall BAWAG später oder früher geschehen, wäre das alles wohl nicht so passiert. "Man hat versucht, dieser sogenannten BAWAG-Affäre ein schuldiges Gesicht zu geben", so der Anwalt.
Die Kosten für die Anwälte und für die Pressekonferenz würden von Freunden getragen, sagte Ruth Elsner. Auf Nachfrage nannte sie als ihre Freunde Schlaff, Taus, Holender und Wallner. Auch mit Kronenzeitungs-Herausgeber Hans Dichand stehe sie in ständigem Kontakt. Der Investor Martin Schlaff und der Industrielle Josef Taus sowie Leo Wallner, Ex-Casinos-Austria-Chef, sagten auch als Zeugen im BAWAG-Prozess aus, Staatsoperndirektor Ioan Holender hat sich öffentlich für eine Freilassung Elsners eingesetzt.
Der frühere BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner war Anfang Juli 2008 im BAWAG-Strafprozess wegen Untreue, Bilanzfälschung und schweren Betrugs zu 9 1/2 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung. Elsner sitzt seit seiner Auslieferung aus Frankreich nach Österreich im Februar 2007 in Untersuchungshaft und wird in der Krankenabteilung der Justizanstalt Josefstadt betreut.
Mit einem rechtskräftigen Urteil in der Causa Gerharter rechnet Kresbach nicht vor März 2009. Eine rechtskräftige Entscheidung in der Hauptsache sei wohl nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2010 zu erwarten.
(APA)