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Österreichs Wirtschaft stagniert

(c) AP (Markus Schreiber)
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Im dritten Quartal wuchs die Wirtschaft nur noch um 0,1 Prozent, der Abschwung dürfte sich verstärken. Ein Experte warnt: Bei den Auftragseingängen seien zweistellige Rückgänge zu verzeichnen.

Österreichs Wirtschaft ist im 3. Quartal kaum noch gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal legte das heimische BIP nur noch um 0,1 Prozent zu (nach noch +0,3 Prozent im 2. Quartal). Das geht aus der ersten Schätzung des Wirtschaftsforschungs- Instituts (Wifo) von Freitag hervor.

Vor allem die exportgetriebene Sachgütererzeugung verzeichne vor dem Hintergrund des internationalen Abschwungs einen deutlichen Rückgang, erklärt das Wifo. Im 4. Quartal dürfte sich der Abschwung in der Industrie weiter verstärken. Darauf würden Vorlaufindikatoren hinweisen.

Die Bauwirtschaft, die die nachlassende Konjunktur im 1. Halbjahr 2008 noch gestützt hatte, steigerte die Wertschöpfung im Vorquartalsvergleich nur mehr geringfügig (+0,2 Prozent). Wegen des Konjunktureinbruchs auf den wichtigsten Absatzmärkten war die Exportnachfrage rückläufig (-0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal).

Erstmals seit fünf Jahren meldeten im Oktober mehr Unternehmen einen Rückgang der Produktion als eine Ausweitung. Die Kapazitätsauslastung sank unter 82 Prozent und lag damit um vier Prozentpunkte unter dem Wert vor eineinhalb Jahren. Vor allem die Nachfrageschwäche im In- und Ausland belaste die Unternehmen. Finanzierungsprobleme im Zuge der Finanzkrise bezeichneten dagegen nur rund ein Prozent der Unternehmen als Produktionshindernis.

Experte: Tiefe Depression droht

Indes warnt Sozial- und Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister: Die Wirtschaft könne in eine tiefe Depression stürzen. Österreich drohe ein massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit, sagte Schulmeister Donnerstagabend bei einer Veranstaltung im "Republikanischen Club" in Wien.

Die Unternehmen arbeiteten derzeit die Aufträge ab, bei den Auftragseingängen seien aber zweistellige Rückgänge zu verzeichnen. Durch massive Maßnahmen müsse der Staat gegen die drohenden nächsten Wellen der Krise gegensteuern, etwa durch öffentliche Aufträge, Investitionen in Bildung und Sozialstaat und Förderungen im Bereich Energie und Umweltschutz. Im Rückgang der Inflation sieht der Ökonom keinen Trost: Die sinkenden Rohstoffpreise würden die rohstofffördernden Länder weiter hinunterziehen.

(APA)