VP spricht von Zunahme an Delikten im MQ. Dessen Direktor widerspricht.
Wien. Muss man sich im Museumsquartier (MQ) unsicher fühlen? Die VP-Neubau findet offenbar: Ja, und schlug zuletzt (via Boulevardmedien) Alarm: Die Zahl der Diebstähle auf dem Areal habe zugenommen, es gebe vermehrt „gewalttätiges und vandalisierendes Publikum“.
MQ-Direktor Wolfgang Waldner will nun den VP-Vorwurf, das MQ sei zu einem „sicherheitstechnischen Sorgenkind“ geworden, entkräften. Genau das Gegenteil sei der Fall. „Es hat in den letzten drei Jahren sogar einen beträchtlichen Rückgang an Delikten gegeben“, sagt Waldner. Aus den Aufzeichnungen des MQ-Sicherheitspersonals gehe hervor, dass etwa die Zahl der Diebstähle (Geldtaschen etc.) heuer im Vergleich zu 2007 um „10 bis 15 Prozent“ zurückgegangen sei. Die Menge der Vandalismus-Akte sei überhaupt „zu gering“, um eine merkliche Ab- oder Zunahme zu registrieren.
Der VP-Forderung nach einem runden Tisch, bei dem ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet werden soll, will Waldner nicht nachkommen. Er habe erst vor einem halben Jahr die Sicherheitsmaßnahmen aufgerüstet, vier Security-Mitarbeiter observierten das Areal, zusätzlich gebe es 44 Kameras. „Das kostet pro Jahr an die 700.000 Euro“, sagt Waldner, und habe zu einem Rückgang der Delikte geführt. Auch die Polizei hat keine Zunahme an Anzeigen registriert. „Wir haben im MQ keinerlei Auffälligkeiten wahrgenommen“, so Sprecherin Karin Strycek. Genaue Zahlen gebe es nicht, da das MQ nicht gesondert erfasst werde.
Fritz Aichinger, VP-Neubau-Chef, überzeugt Waldners Konter nicht wirklich. Unter anderem, weil nicht jeder, dem die Geldtasche gestohlen werde, dies sofort bemerke und eine Anzeige mache, sagt Aichinger. Er fordert vermehrte Polizeipräsenz „an einem neuralgischen Punkt wie dem MQ“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2008)