Causa
Hypo Alpe als ''Kärntner Bawag''
Die Kärntner Hypo-Alpe-Adria gilt in den letzten Jahren als Garant für negative Schlagzeilen.Spekulationsverluste in Höhe von 328 Mio. Euro, Bilanzfälschungen und Geldwäschevorwürfe – in Kärnten ging es oft rund. Ein Überblick:
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Für den ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider diente die Bank immer wieder als Geldbeschaffungs-Maschine.
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Fehlte im Landesbudget Geld, standen plötzlich Bank-Anteile zur Disposition. Es konnte auch vorkommen, dass Geld aus einer Wandelanleihe für „Zukunftsprojekte“ in Kärnten floss.
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Ins Zwielicht geriet die Alpe Hypo Adria auch durch Geschäftsbeziehungen zu dem kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec. Diesem werden Geldwäsche und Millionen-Veruntreuung vorgeworfen.Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt prüft, welche Kredite die Kärntner Bank dem Ex-General gewährt hat – und ob diese ausreichend besichert waren.
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Im März 2006 wurde dann bekannt, dass die Bank rund 328 Millionen Euro bei Swapgeschäften (Tauschgeschäften) „verloren“ hatte.Die Hypo Alpe-Adria hatte auf bestimmte Zinsentwicklungen gewettet – und war nicht richtig gelegen.
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Finanzmarktaufsicht (FMA) und Staatsanwaltschaft nahmen Ermittlungen auf, weil diese Verluste in der Bilanz 2004 nicht aufschienen. Mittlerweile hat Kulterer in diesem Zusammenhang Bilanzmanipulation zugegeben: Er muss 140.000 Euro Strafe zahlen.
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Die Affäre kostete Kulterer, der 15 Jahre lang an der Spitze der Bank stand, letztlich den Posten. Die FMA leitete ein Amtsenthebungsverfahren ein, woraufhin der erfolgsverwöhnte Banker das Handtuch warf.
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Von "Die Presse" auf den Vergleich zu den Spekulationsverlusten der Bawag angesprochen, wehrte Kulterer 2007 ab: "Der Sachverhalt ist ja völlig unterschiedlich. Bei der Hypo war es ein Einmal-Ereignis. In der Bawag war die hochriskante Spekulation hingegen offenbar seit Jahren Teil der Geschäftsphilosophie."
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Im Mai 2007 erfolgte schließlich der Verkauf an die Bayerische Landesbank. Auch damals gab es Aufregung: Einer internen Bewertung zufolge wurde die Bank damals erheblich unter Wert verkauft.
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Bei der Hypo-Tochter in Kroatien ging es ebenfalls rund: Der gesamte Vorstand musste 2007 ausgetauscht werden.Die Bank soll Gerüchten zufolge Einfluss auf die kritische Berichterstattung der „Glas Istre“, einer istrischen Regionalzeitung, genommen haben. Die Zeitung hatte Immobiliengeschäft der Bank unter die Lupe genommen.
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