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Miuccia Prada geht in die Disco

The Double Club
(c) Prada
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Der Künstler Carsten Höller baut den „doppelten Club“ in London und bringt den Westen und den Kongo unter ein Dach. Ein Kunstprojekt, initiert von der Fondazione Prada.

Dass das Luxuslabel Prada schöne Mode macht, wissen wir. Das der italienische Modekonzern nun auch eine Bar, ein Restaurant und einen Dance Club betreibt, überrascht doch ein wenig: Am 21. November eröffnete „The Double Club Project - where the congo meets the west“ in einem alten Londoner Lagerhaus nahe der der Angel Tube Station. Gestaltet wurde „The Double Club“ vom Künstler Carsten Höller, die neue Location „soll ein Platz sein, in der sich zeitgenössische kongolesische und westliche Musik, modernes Design und Kunst aus beiden Kulturen treffen und verschmelzen können. Das ist in Anbetracht der derzeitigen politischen und sozialen Lage im Kongo relevanter denn je“, meint der Künstler.

Klingt alles ein wenig kompliziert, ist es aber nicht. „The Double Club“ ist ein Kunstprojekt, das auf die nächsten sechs Monate beschränkt ist – eine Limited Edition, damit kennt sich der Modekonzern gut aus. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Fondazione Prada, ein Kunstforum von Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, das seit 1995 zeitgenössische Künstler vorstellt und Kunst- und Medienprojekte fördert und finanziert. Der Fondazione-Artistic Director Germano Celant erklärt: „Unsere Idee ist nicht nur, Ausstellungen zu veranstalten, sondern weltweit Projekte zu launchen, die die Kunst und das Leben zusammenführen.“

Das tut der Club im wahrsten Sinne des Wortes: Er ist in drei Ebenen aufgeteilt - in eine  Bar, ein Restaurant und einen Dance Club. Die Räume sind jeweils in zwei Bereiche geteilt, einen westlichen und einen kongolesischen. Anstatt die beiden Bereiche zusammen zu vermischen, lässt er sie nebeneinander und unter einem Dach in Harmonie existieren.

Zur Eröffnung durfte die Kunst- und Musikszene Londons nicht fehlen: Künstler Damien Hirst schlürfte sein liboke na mbisi – frischer Fisch auf dem Bambusblatt - an Kram und Weisshaar-designten Tischen. Musiker Brian Ferry interessierte sich mehr für die Kunstwerke von Carla Accardi und Olle Baertling, Andy Warhol und Louise Nevelson; Cheri Samba, Frano und Moke the Painter aus dem Kongo. Der Garten des Hauses zeigt portugiesische Fliesen im 1920er Design einer fliegenden Stadt des russischen Künstlers Georgi Krutikow.

Im Danceclub spielen die Djs alternativ kongolesische und westliche Musik. Auch hier gilt anfangs die Trennung: Der westliche  DJ ist im Westen des Raumes, der DJ aus dem Kongo im Osten. Erst durch die Musik verbinden sich die beiden Kulturen. Die Tanzfläche unterstützt das Verschmelzen: Sie dreht sich sehr langsam – eine Umdrehung dauert eine Stunde.

Geführt wird „The Double Club“ in den nächsten sechs Monaten von Jan Kennedy, der schon Damien Hirsts „Pharmacy“ leitete und Mitbegründer des legendären Ibizan Club „We love sundays at space“ in Londons Islington war.

Und was passiert nach den sechs Monaten mit dem Double Club? „Who knows“,  sagt Künstler Carsten Höller. „Wer weiß?“