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Nordkorea: Landesweites Mobilfunknetz in Sicht

Handy-Werbung in Südkorea
(c) AP (Lee Jin-man)
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2004 hat die Regierung in Nordkorea Normalbürgern die Nutzung von Handys verboten. Ein neues Mobilfunknetz weckt die Hoffnung auf eine Öffnung. Handys sollen allerdings 700 Dollar kosten.

In Nordkorea soll in den kommenden Tagen offenbar ein neues Mobilfunknetz in Betrieb gehen. Der Dienst solle am 10. Dezember zunächst in der Hauptstadt Pjöngjang starten, berichtete der US-Sender Radio Free Asia am Donnerstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf einen chinesischen Geschäftsmann, der in Nordkorea aktiv ist. Das Mobilfunknetz soll demnach schrittweise auf das gesamte Land ausgedehnt werden.

Überteuerte Geräte

Unklar ist bisher, wer das Handynetz nutzen darf. Handys sollen dem Bericht zufolge 700 Dollar (555 Euro) kosten, was den Nutzerkreis ohnehin deutlich einschränken dürfte. Das ägyptische Unternehmen Orascom hatte im Jänner mitgeteilt, seine Tochterfirma CHEO Technology habe eine Mobilfunklizenz für das kommunistisch regierte Land erhalten. CHEO gehört zu einem Viertel dem staatlichen Post- und Telekommunikationskonzern Nordkoreas.

Nur für die Regierung

In Nordkorea wurde erst Ende 2002 ein Mobilfunknetz in Betrieb genommen. Eineinhalb Jahre später verbot die Regierung laut damaligen Medienberichten Normalbürgern die Benutzung von Handys. Seitdem dürfen offenbar nur noch Regierungsangestellte mobil telefonieren, zumindest in Pjöngjang scheint es aber noch ein Mobilfunknetz zu geben. Ausländer dürfen ihre Handys in Nordkorea im Allgemeinen nicht benutzen.

 

(Ag.)